Inkontinenz bei MS

ms inkontinenzMenschen mit MS, der Kurzform für Multiple Sklerose, leiden häufig unter Inkontinenz. Multiple Sklerose ist eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems, bei der es nach und nach zu einem Verlust der körpereigenen Zellen kommt. Die Erkrankung verläuft schubweise und äußert sich bei jedem Patienten anders. Inkontinenz und Blasenstörungen sind nur ein kleiner Teil der Erkrankung, der jedoch noch zusätzliche Belastung bedeutet. Patienten mit MS haben entweder Probleme, den Harnabgang zu kontrollieren und leiden demnach unter Inkontinenz, oder es kommt durch einen geschwächten Blasenmuskel zu einer Restharnbildung durch eine unvollständige Blasenentleerung.

Bei Betroffenen mit MS kommt es häufig zu einer Überaktivität der Blase, sodass sich Symptome der Dranginkontinenz zeigen. Die Restharnbildung entsteht in der Regel durch eine sogenannte komplexgestörte Blase, da die nötigen Muskelgruppen nicht mehr richtig zusammenarbeiten können. Im Extremfall kann es bei Patienten mit MS auch zu einer vollständigen Inkontinenz durch eine inaktive Blase kommen, das heißt, dass eine enorme Schwäche oder komplette Lähmung des gesamten Blasensystems vorliegt.

 

Wie wird Inkontinenz bei MS behandelt?

Bei der Behandlung von Blasenproblemen bei Multipler Sklerose liegt üblicherweise die Therapie der eigentlichen MS Erkrankung im Vordergrund. Trotzdem ist es wichtig, auch die Inkontinenz als solches zu behandeln. So kann eine ständige Restharnbildung beispielsweise Blasenentzündungen und Niereninfektionen begünstigen, da sich Keime durch den Rückstau des Urins leicht vermehren und ausbreiten können. Daneben bedeutet die Inkontinenz bei Patienten mit MS eine ebenso große seelische Belastung wie bei inkontinenten Menschen ohne solche Erkrankungen.

In vielen Fällen können Medikamente Linderung bringen und die Blasenmuskulatur entspannen, sodass ständigem Harndrang vorgebeugt wird. Auch eine Therapie mit Botulinumtoxin A („Botox“) ist denkbar, das direkt in die Blasenwand gespritzt wird.

 

Was kann der Patient selbst gegen Inkontinenz bei MS tun?

Für Patienten mit Multipler Sklerose und Blasenproblemen gilt im Grunde das gleiche wie für alle anderen Patienten. Wichtig ist, offen mit dem Arzt über die Probleme zu sprechen, um möglichst bald eine geeignete Therapie zu beginnen. Ebenso kann der Arzt Hilfsmittel empfehlen, die das Leben mit der Inkontinenz bei MS erleichtern. Darüber hinaus sollte der Patient trotz der Inkontinenz ausreichend trinken, auf blasenreizende Lebensmittel wie Koffein und Alkohol verzichten sowie auf praktische Kleidung achten, die sich leicht öffnen lässt. Um die Blasenmuskeln zu trainieren, kann des weiteren das regelmäßige Durchführen von Beckenbodengymnastik hilfreich sein.1

 

 

 

Hinweis:
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Für Hilfe und weitere Informationen sollten Sie einen Facharzt aufsuchen und sich von diesem beraten lassen.

 


1 http://www.aktiv-mit-ms.de/multiple-sklerose/ms-symptome/detail/artikel/koerperliche-symptome-mit-enormer-psychischer-belastung/