Wie äußert sich eine Incontinentia urinae?

incontinentia urinaeIncontinentia urinae ist die lateinische Bezeichnung für Harninkontinenz. Bei der Incontinentia urinae leiden die Betroffenen unter nicht kontrollierbarem Harnverlust, der sich in verschiedenen Situationen äußern kann. Bekannt sind mehrere verschiedene Formen der Inkontinenz, wobei die häufigsten Formen die Dranginkontinenz und die Belastungsinkontinenz sind.

Von der Incontinentia urinae können sowohl Frauen als auch Männer betroffen sein. Grundsätzlich kann die Harninkontinenz in jedem Alter auftreten und ist nicht, wie von vielen Menschen vermutet, lediglich ein Zeichen des fortgeschrittenen Alters. Trotzdem sind statistisch betrachtet ältere Menschen häufiger von Inkontinenz betroffen.

 

Es gibt folgende Formen der Incontinentia urinae:

Die Belastungsinkontinenz äußert sich durch unwillkürlichen Harnverlust bei Anstrengungen, die Druck auf den Bauchraum ausüben. Dazu gehören unter anderem Lachen, Husten, Niesen, Heben und Tragen oder Treppensteigen. Der Druck auf den Bauchraum sorgt dafür, dass Urin abgeht, auch, wenn vorher kein Harndrang bestand. Man unterscheidet bei der Belastungsinkontinenz mehrere Schweregrade, wobei auf der höchsten Stufe auch im Ruhezustand Urin abgehen kann.

 

Die Dranginkontinenz (auch Urge- oder Stressinkontinenz) gehört ebenfalls zu den Formen der Incontinentia urinae. Betroffene verspüren vermehrt plötzlichen Harndrang, der ohne das sofortige Aufsuchen der Toilette zu ungewolltem Urinverlust führt. Hierbei spielt es keine Rolle, ob die Blase bereits tatsächlich gefüllt ist oder nicht.

 

Die Mischinkontinenz äußert sich als eine Kombination der Drang- und Belastungsinkontinenz, wobei hierbei meist einer der Formen überwiegt.

 

Zu den Formen der Incontinentia urinae gehört auch die Überlaufinkontinenz. Hier kommt es zu permanenten Tröpfeln von Urin, da die Blase, wie die Bezeichnung vermuten lässt, überläuft. Möglich ist ein dauerhafter Harndrang.

 

Bei der Reflexinkontinenz kann der Patient nicht mehr erkennen, ob Harndrang vorliegt oder nicht. Daher entleert sich die Blase in nicht abschätzbaren Abständen von allein und oft schwallartig.

 

Die Extraurethrale Inkontinenz ist eine recht seltene Form der Incontinentia urinae, bei der Urin durch andere Körperöffnungen als die Harnleiter abgeht. Dies entsteht meist durch Fisteln, welche sich zum Beispiel in Folge von Bauchoperationen bilden können.

 

Ursachen und Therapien der Incontinentia urinae

So unterschiedlich die Symptome der Incontinentia urinae sein können, sind auch vielseitige Ursachen möglich. Eine schwache Beckenbodenmuskulatur, eine Schädigung der Nerven oder auch Medikamente können eine Incontinentia urinae hervorrufen. Erkrankungen wie Demenz, Multiple Sklerose oder Morbus Parkinson sowie ein Schlaganfall, eine Querschnittslähmung oder andere Schädigungen der Wirbelsäule können ebenfalls eine Incontinentia urinae begünstigen und auslösen, ebenso wie psychische Erkrankungen oder ein ungünstiges Toilettenverhalten.

Die Therapien richten sich nach der Ursache und gehen von Verhaltenstraining und Psychotherapie über Beckenbodentraining, die Einnahme von Medikamenten bis hin zu operativen Maßnahmen. In vielen Fällen kann die Incontinentia urinae so behandelt werden.1

 

 

 

Hinweis:

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Sind Sie von Inkontinenz betroffen, sollten Sie einen Facharzt aufsuchen und sich von diesem beraten lassen.

 


1 http://www.apotheken-umschau.de/Harninkontinenz/