Was ist funktionelle Inkontinenz?

funktionelle inkontinenzBei einer funktionellen Inkontinenz handelt es sich um eine besondere Form der Harninkontinenz, bei der keine körperlichen Ursachen für den unfreiwilligen Harnverlust vorliegen. Das bedeutet, dass keine direkten Funktionsstörungen der Blase oder der Nerven vorliegen, sondern der Patient aufgrund von anderen Einschränkungen inkontinent ist.

Besonders in der Pflege von Senioren spielt die funktionelle Inkontinenz eine wichtige Rolle. Oftmals ist es pflegebedürftigen Menschen nicht mehr möglich, das Bett zu verlassen, weil zu starke körperliche Einschränkungen vorliegen. Die Toilette kann häufig nicht mehr allein erreicht werden, entweder, weil die Patienten es nicht schnell genug schaffen, oder aber, weil der Weg zur Toilette aufgrund von Demenz nicht mehr gefunden werden kann. Manche Patienten vergessen auch, dass sie beim Toilettengang die Kleidung entfernen müssen oder verknüpfen den Harndrang nicht mit einem Gang zur Toilette. Sind die Patienten nicht mehr in der Lage, dem Pflegepersonal regelmäßig bei Harndrang Bescheid zu sagen, müssen Maßnahmen ergriffen werden, damit es nicht ohne Schutz zu Urinverlust kommt.

 

Funktionelle Inkontinenz bei Kindern und Jugendlichen

Wenn das Kind ab einem gewissen Alter in der Lage wäre, die Toilette aufzusuchen, sich jedoch trotzdem noch einnässt, spricht man auch hier von einer funktionellen Inkontinenz, sofern körperliche Ursachen ausgeschlossen werden können. Oftmals liegt hier die Ursache im psychosomatischen Bereich. Manche Kinder und Jugendliche reagieren auf Stress, Anspannung oder Traumata mit funktioneller Inkontinenz. Dies kann sich im nächtlichen Einnässen, durch eine Drangsymptomatik oder andere Faktoren äußern.

 

Behandlung der funktionellen Inkontinenz

Da bei diese Form des unkontrollierten Harnabgangs keine körperlichen Schädigungen der Blase/ des Harntrakts oder der dazu gehörigen Nerven besteht, kann nur eine symptomatische Behandlung erfolgen. Bei bettlägerigen Patienten oder bei Patienten mit Demenz müssen Pflegekräfte einspringen, um den Betroffenen zu helfen. Hier werden in der Regel Inkontinenzprodukte wie Einlagen, Pants oder Katheter benutzt. Bei Kindern und Jugendlichen ist es wichtig, den seelischen Ursachen für die funktionelle Inkontinenz auf den Grund zu gehen. Daher ist eine Psycho- und Verhaltenstherapie oftmals eine gute Chance bei der Behandlung des funktionellen Harnverlustes.

 

 

Hinweis:

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Leiden Sie unter einer funktionellen Inkontinenz, sollten Sie hierzu einen Arzt aufsuchen und sich von diesem eingehend beraten lassen.