Warum Elektrostimulation bei Inkontinenz?

elektrostimulation inkontinenzDie Elektrostimulation kann bei Inkontinenz eingesetzt werden, um die Beckenbodenmuskeln zu stärken. Besonders bei der Belastungsinkontinenz hängen die Beschwerden mit einem geschwächten Beckenboden zusammen. Die Beckenbodenmuskeln hängen unweigerlich mit den Muskeln des äußeren Blasenschließmuskels zusammen, der benötigt wird, um den Abgang von Urin willentlich zu steuern. Ist dieser Schließmuskeln zu schwach und nicht mehr in der Lage, sich ausreichend anzuspannen, kommt es zu unwillkürlichem Harnverlust und somit zur Inkontinenz. Durch Elektrostimulation werden die Muskeln des Beckenbodens trainiert und so langfristig wieder gestärkt. So kann der Inkontinenz aktiv entgegen gewirkt werden.

 

Wie funktioniert Elektrostimulation bei Inkontinenz?

Die Elektrostimulation bei Inkontinenz ähnelt vom Prinzip her dem Beckenbodentraining und wird häufig mit diesem kombiniert. Mit Hilfe einer Sonde werden Elektroden in die Scheide eingeführt. Dort sorgen elektrische Impulse dafür, dass sich die Muskeln anspannen und wieder entspannen. Das führt zu einer Stärkung der Muskeln. Es werden durch die Elektrostimulation einige Effekte erreicht: Die Kontraktionsfähigkeit der Muskeln steigt, Reflexmuster im Schließmuskel werden korrigiert und die Muskeln rund um die Harnblase entspannen sich. Daher kann die Elektrostimulation auch bei motorischer Dranginkontinenz eingesetzt werden, da einer dauerhaften Hyperaktivität der Muskeln entgegen gewirkt wird.

 

Wann ist Elektrostimulation bei Inkontinenz sinnvoll?

Die Elektrostimulation wird bei Patienten mit Belastungs- oder Dranginkontinenz eingesetzt. Häufig wird diese Methode mit anderen Übungen aus dem Bereich des Beckenbodentrainings kombiniert. Die Patienten erlernen den Einsatz der Elektroden bzw. das Einführen der Sonden in der Praxis und können die Übungen später auch alleine zuhause durchführen. Wichtig ist ein kontinuierliches Training über einen längeren Zeitraum hinweg. In der Regel ist nach einigen Wochen bereits Besserung zu spüren, spätestens nach drei Monaten sollten sich die Beschwerden der Inkontinenz deutlich vermindert haben. Beckenbodentraining und Elektrostimulation können auch präventiv eingesetzt werden, beispielsweise um nach einer Schwangerschaft Inkontinenz zu verhindern. Allerdings sollte auf diese Form der Therapie während der Schwangerschaft verzichtet werden.

 

Die Methoden der Elektrostimulation sollten niemals ohne Rücksprache mit dem Arzt erfolgen. Wichtig ist vorher eine klare Diagnose und eine ausführliche Beratung sowie die korrekte Anleitung zur Anwendung der Sonden bzw. Elektroden. Auch weitere Maßnahmen, wie etwa eine Veränderung der Toilettengewohnheiten oder der Einsatz von Medikamenten sollten zusätzlich mit dem Arzt besprochen werden.1

 

 

 

Hinweis:

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Möchten Sie mehr über das Thema wissen, sollten Sie einen Facharzt aufsuchen und sich von diesem eingehend beraten lassen.

 


1 http://www.selbsthilfeverband-inkontinenz.org/svi_suite/svisuite/harninkontinenz-biofeedback-elektrostimulation.php