Inkontinent werden – Eine schwierige Phase

inkontinent werdenInkontinent werden bedeutet für viele Betroffene einen schweren Schlag. Wenn nach und nach die Blasenfunktion nicht mehr zu steuern ist und immer häufiger ungewollt Harn abgeht, ist dies oft begleitet von großer Scham. Viele Patienten scheuen sich, mit anderen Personen darüber zu sprechen und versuchen so lange wie möglich zu verstecken, dass sie inkontinent werden. Auch der Gang zum Arzt erfolgt oft viel zu spät, da die Betroffenen hoffen, die Beschwerden würden sich „von allein“ wieder geben.

Es werden viele Maßnahmen ergriffen, um das inkontinent werden zu verheimlichen. Patienten legen die Unterwäsche mit Toilettenpapier aus, nutzen mehrere Lagen Damenbinden oder kaufen selbstständig Inkontinenz-Hilfsmittel wie Einlagen. Nicht selten hat ein solches Verhalten einen Rückzug aus dem sozialen Leben zur Folge. Aktivitäten, bei denen keine Toilette in der Nähe ist, werden gemieden. Betroffene haben Angst, jemand könnte durch Flecken auf der Hose oder durch unangenehmen Geruch etwas davon merken, dass sie inkontinent werden und suchen in solchen Fällen oft Ausreden. Ein solches Verhalten ist jedoch keine Lösung. Es ist wichtig, dass die Inkontinenz so früh wie möglich behandelt wird, damit eine möglichst effektive Behandlung erfolgen kann.

 

Warum kann man inkontinent werden?

Im Grunde kann jeder Mensch inkontinent werden. Nicht nur im Alter, wie oft angenommen, sind Menschen von Inkontinenz betroffen, sondern auch junge Frauen und Männer können unter den Symptomen der Inkontinenz leiden. Hier spielen viele verschiedene Aspekte eine Rolle. Ein zu schwacher Beckenboden, Störungen in der Reizweiterleitung der Nerven zwischen Blase und Gehirn, ein falsch antrainiertes Toilettenverhalten, Operationen oder Verletzungen, Harnwegsinfekte oder Blasen- und Nierensteine können mögliche Gründe dafür sein, inkontinent zu werden. Wichtig ist daher eine umfassende Untersuchung beim Arzt, damit die richtige Diagnose gestellt werden kann.

 

Kann man das inkontinent werden verhindern?

In einigen Fällen kann es durch vorsorgende Maßnahmen verhindert werden, dass man inkontinent wird. So können ein gesundes Toilettenverhalten, die Vermeidung von Harnwegsinfekten, der Abbau von Übergewicht und die richtige Behandlung von neurologischen Störungen dazu beitragen, nicht inkontinent zu werden. Auch ein vorsorgliches Beckenbodentraining kann bereits helfen, nicht inkontinent zu werden, besonders, wenn erbliche Anlagen für eine Bindegewebsschwäche bekannt sind oder eine Schwangerschaft geplant ist bzw. vorliegt. Andere Formen der Inkontinenz, welche zum Beispiel organische oder neurologische Ursachen haben. können nicht immer vermieden werden.1

 

 

Hinweis:

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Haben Sie Angst vor dem inkontinent werden oder sind Sie bereits davon betroffen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und sich von diesem beraten lassen.

 

 


1 http://www.apotheken-umschau.de/Harninkontinenz