Was ist Kontinenz?

kontinenzUnter dem Begriff Kontinenz versteht man den Zustand, den Harn- oder Stuhlabgang willentlich steuern zu können. Menschen mit Harn- bzw. Stuhlinkontinenz dagegen gelingt dies nicht oder nur noch zeitweise. Um die Kontrolle über die Blasenfunktion zu erhalten, braucht es beispielsweise eine ausreichend ausgebildete Beckenbodenmuskulatur, einen intakten äußeren Blasenschließmuskel und eine funktionierende Reizweiterleitung zwischen der Blase und dem Gehirn. Bei Menschen, die keine Blasenkontrolle mehr vorweisen, ist meist einer dieser Aspekte gestört.

 

Wie verliert man die Kontrolle über seine Blasenfunktionen?

Wenn keine Kontinenz mehr gegeben ist, kann das verschiedene Ursachen haben. Verletzungen des Rückenmarks oder der Wirbelsäure können beispielsweise eine Störung der Nervenbahnen zur Folge haben. So kann der Füllstand der Blase nicht mehr korrekt an das Gehirn übermittelt werden, sodass ebenso das Signal zum Aufsuchen der Toilette gar nicht oder zu früh bzw. zu spät gesendet wird.

Auch eine Schwächung der Beckenbodenmuskeln kann dafür sorgen, dass keine Kontinenz mehr vorhanden ist. Die Muskeln des Beckenbodens haben direkten Einfluss auf den äußeren Blasenschließmuskel, der für das Zurückhalten von Urin gebraucht wird. Ist dieser Schließmuskel nicht mehr stark genug, kann es zur Belastungsinkontinenz kommen. Bei dieser kommt es je nach Schweregrad zu unwillkürlichem Harnverlust, sobald durch Tätigkeiten wie Aufstehen, Husten, Lachen oder Treppensteigen Druck auf den Bauchraum ausgeübt wird. Nicht zuletzt kann die Blasenkontrolle aber auch durch viele andere Aspekte verloren gehen. Schädigungen im Gehirn, Tumore, Medikamente oder auch schlicht „falsch“ antrainierte Verhaltensweisen bzgl. der Blasenentleerung können eine Inkontinenz auslösen.

 

Wie erlangt man seine Kontinenz zurück?

Wenn die Kontinenz durch verschiedene Faktoren nicht mehr vorhanden ist, gibt es bei einigen Formen der Inkontinenz gute Behandlungsmöglichkeiten. Bei der Belastungsinkontinenz wird beispielsweise häufig ein langfristiges Beckenbodentraining angesetzt, das die Muskeln des Schließmuskels und des Beckenbodens wieder stärkt. Bei anderen Formen des unkontrollierten Harnabgangs können Medikamente, ein Verhaltenstraining oder auch operative Eingriffe Abhilfe schaffen.

Kann keine selbstgesteuerte Blasenfunktion mehr erreicht werden, können zahlreiche Hilfsmittel dabei helfen, trotz der Inkontinenz ein möglichst normales Leben zu führen.1

 

 

Hinweis:

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Leiden Sie unter dem oben beschriebenen Krankheitsbild sollten Sie einen Facharzt aufsuchen und sich von diesem beraten lassen.

 


1 http://www.apotheken-umschau.de/Inkontinenz