Inkontinenz durch Demenz

demenz inkontinenzPatientinnen mit Demenz leiden besonders häufig an Inkontinenz. Besonders im fortgeschrittenen Stadium der Demenz verlieren die Betroffenen nach und nach die Kontrolle über ihre Körperfunktionen. Dieser Prozess ist für die Patientin und ihre Angehörigen oftmals schwer zu akzeptieren, sodass viel fachliche und kompetente Beratung und Unterstützung nötig sind.

Der Verlust der Körperkontrolle stellt besonders für die Betroffenen zunächst eine Entwürdigung dar und geht mit viel Scham einher. Daher ist der einfühlsame Umgang mit dem Thema auch bei Demenz von großer Wichtigkeit.

 

Hinzu kommt, dass demenziell Erkrankte oftmals Medikamente nehmen müssen, welche die Blasenfunktion beeinträchtigen können. Die Blasenmuskeln werden dadurch geschwächt, was eine Belastungsinkontinenz zur Folge haben kann, ebenso können Beeinträchtigungen der Nerven eine Rolle spielen.

 

Woher kommt Inkontinenz bei Demenz?

Bei Demenz kommt es zu Schädigungen im Gehirn, die eine Inkontinenz begünstigen können. Dadurch ist es möglich, dass der Patient nach und nach die Kontrolle über seine Blasenfunktion verliert. Die Kommunikation zwischen Blase und Gehirn kann so verändert sein, dass die Signale nicht mehr korrekt übermittelt werden. Dadurch wird beispielsweise der Füllstand der Blase nicht mehr richtig interpretiert und es kommt zu Harnverlust, ohne, dass dies gesteuert werden kann.

Hinzu kommen auch die Faktoren, welche durch die zunehmende Verwirrtheit des Patienten entstehen – oftmals vergisst der Patient auch einfach, dass er bei Harndrang zur Toilette gehen muss oder kann sich nicht mehr daran erinnern, dass er vor dem Toilettengang die Hose ablegen muss. Viele Patienten und Patientinnen finden den Weg zur Toilette nicht mehr und scheuen sich zudem, danach zu fragen. So kommen viele Aspekte zusammen, die eine Inkontinenz bei Demenz begünstigen können.

 

Was tun bei Inkontinenz durch Demenz?

Bei Demenz ist es meist schwer, die Inkontinenz wieder in den Griff zu bekommen. Daher ist vor allem ein fachgerechter und professioneller Umgang mit dem Thema unkontrollierter Harnabgang von Nöten. Fachkräfte und Angehörige sollten darauf achten, die Würde und die Intimsphäre der Patientin zu wahren.

Wurde die Inkontinenz durch Medikamente begünstigt, kann eventuell ein Wechsel des Wirkstoffes oder eine Veränderung der Dosierung nach Absprache mit dem Arzt erfolgen. Als tägliche Hilfe für den Alltag empfehlen sich für die Patienten saugende oder ableitende Hilfsmittel wie Windel-Slips oder bei Restharnbildung auch ein Dauerkatheter.1

 

 

Hinweis:
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Informieren Sie sich zum Thema Inkontinenz bei Demenz bitte bei Ihrem behandelnden Arzt.

 


1http://www.alzheimerinfo.de/aktuelles/monatsspecial/archiv/ms_06_2008/schweigen/