Wie äußert sich eine Urge Inkontinenz?

urge inkontinenzDie Urge Inkontinenz ist auch als Dranginkontinenz bekannt und äußert sich durch eine Überaktivität der Blase. Das wichtigste Symptom der Urge Inkontinenz ist ein sehr häufiger und plötzlicher Harndrang. Dieser tritt auch dann auf, wenn die Blase erst vor kurzem entleert wurde und erst ein geringer Füllstand erreicht ist. In Folge des starken Harndrangs schaffen es die Patienten hin und wieder nicht mehr pünktlich zur Toilette, sodass es zu unwillkürlichem Harnverlust kommt.

Dies schränkt Betroffene stark ein, denn im Alltag bedeutet dies, immer auf eine nah liegende Toilette angewiesen zu sein. Lange Spaziergänge oder Ausflüge in die Natur sind kaum noch möglich, häufig meiden Patientinnen und Patienten auch Veranstaltungen, bei denen das Aufsuchen der Toilette mit Wartezeit verbunden sein kann.

 

Ursachen für die Urge Inkontinenz

Die Ursachen können vielfältig sein. Die Urge Inkontinenz entsteht beispielsweise durch Blasenentzündungen, durch Störungen in den Nerven- und Reizweiterleitungssystemen, durch Blasen- oder Harnsteine oder durch Tumore. Ebenso kann eine Urge Inkontinenz durch einen Abfall des Hormons Östrogens in den Wechseljahren begünstigt werden. Neurologische Erkrankungen wie Alzheimer, Morbus Parkinson oder Multiple Sklerose können eine Urge Inkontinenz zur Folge haben, ebenso andere Nervenerkrankungen, Hirntumore oder ein Schlaganfall. Oftmals entsteht die Drangsymptomatik auch dadurch, dass die Nerven überaktiv sind und zu schnell den Reiz an das Gehirn leiten, der wiederum den Harndrang auslöst.

 

Behandlung der Urge Inkontinenz

Die Urge Inkontinenz lässt sich in vielen Fällen gut behandeln. Vor allem bei einer Überaktivität der Blase gibt es heute zahlreiche Medikamente, welche die Blasenmuskeln entspannen und so den Harndrang mildern. Die Therapie richtet sich jedoch nach der jeweiligen Ursache. So kann ein Blasen- oder Toilettentraining helfen, die Abstände zwischen dem Aufsuchen der Toilette wieder zu erhöhen. Ein Harnwegsinfekt oder Blasen- und Harnleitersteine können gut behandelt werden. Bei hormonellen Ursachen hilft in vielen Fällen eine Hormontherapie, um den Östrogen Haushalt wieder zu stabilisieren. Wichtig ist jedoch immer, jede Therapie mit einem Facharzt zu besprechen. Eigenmächtige Versuche, die Urge Inkontinenz zu behandeln, können die Symptome oftmals noch verschlimmern.1

 

 

Hinweis:

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Leiden Sie unter dem oben beschriebenen Krankheitsbild sollten Sie einen Facharzt aufsuchen und sich von diesem eingehend hierzu beraten lassen.

 


1http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_inkontinenz-therapie_385.html