Inkontinenz bei Männern

inkontinenz maennerMänner können ebenso an Inkontinenz erkranken wie Frauen. Unterschiede gibt es allerdings in den auftretenden Formen. Wo Frauen sehr häufig an Belastungsinkontinenz leiden, betrifft diese Form des unkontrollierten Harnabgangs männliche Patienten eher selten.

Das liegt beispielsweise an dem schmaleren und kräftigeren Becken der Männer, aber auch daran, dass Risikofaktoren wie Schwangerschaft und Geburt auszuschließen sind. Bei Männern entsteht die Belastungsinkontinenz häufiger durch Verletzungen oder chirurgische Eingriffe sowie durch Schädigungen der Prostata. Alle anderen Formen der Inkontinenz können bei Männern genauso auftreten wie bei Frauen.

 

Ursachen für Inkontinenz bei Männern

Die Ursachen für Inkontinenz bei Männern sind ähnlich wie bei den weiblichen Patienten. Allerdings kommt bei den Männern ein wichtiger Risikofaktor für Inkontinenz hinzu: Die Prostata. Diese Drüse liegt unterhalb der Blase und umschließt die Harnröhre. Vor allem Männer ab etwa 50 Jahren leiden häufig unter einer Vergrößerung der Prostata, was Einfluss auf den Blasentrakt haben kann.

Dadurch kann die Prostata die Harnröhre verengen, was zu Dranginkontinenz, zu einem erschwerten Wasserlassen und einer Restharnbildung führen kann. Unbehandelt kann eine stark vergrößerte Prostata zudem zu einer Überlaufinkontinenz führen, da sich die Blasenmuskeln so stark dehnen, dass sie nicht mehr in der Lage sind, den Urin in der Blase zu halten. Neben der vergrößerten Prostata können aber auch viele andere Ursachen für einen ungewollten und unkontrollierten Harnabgang vorliegen. Die Beschwerden können infolge von Verletzungen der Nerven, als Nebenwirkung von Medikamenten oder als Begleiterscheinung anderer Erkrankungen wie Multipler Sklerose, Morbus Parkinson oder Alzheimer auftreten.

 

Behandlung von Inkontinenz bei Männern

Die Behandlung männlicher Patienten richtet sich nach der gegebenen Ursache. Bei einer vergrößerten Prostata kann eine Operation helfen, um die Prostata entweder zu verkleinern oder auch zu entfernen. Bei der Belastungsinkontinenz kann auch ein künstlicher Schließmuskel oder eine Art Schlinge zur Korrektur des verschobenen Schließmuskelsystems operativ eingesetzt werden. Sind Medikamente die Ursache, kann ein Wechsel der Medikamente oder eine veränderte Dosierung helfen. Oftmals werden vor operativen Methoden auch medikamentöse Therapien angesetzt. So kann zum Beispiel die Dranginkontinenz mit Hilfe von verschiedenen Wirkstoffen, wie zum Beispiel Estriol, gut behandelt und gelindert werden.1

 

 

Hinweis:

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Als Betroffener oder bei weiteren Fragen sollten Sie daher einen Facharzt aufsuchen und sich beraten lassen.

 


1 http://www.apotheken-umschau.de/Harninkontinenz/