Solifenacin gegen Harninkontinenz

solifenacinSolifenacin ist ein Wirkstoff der Gruppe Anticholingenerika. Es ist in Deutschland seit dem Jahr 2005 zugelassen und wird vor allem gegen Dranginkontinenz eingesetzt. Im Gegensatz zu anderen, ähnlich wirkenden Medikamenten weist dieser Wirkstoff weniger Nebenwirkungen auf und ist für die Patienten besser verträglich. Das liegt unter anderem daran, dass Solifenacin im Vergleich zu anderen anticholinergen Medikamenten nicht an anderen, unbeteiligten Rezeptortypen anhaftet. Es verbindet sich gezielt mit den Rezeptoren der Muskeln rund um die Harnblase und sorgt so dafür, dass sich vorhandene Anspannungen lösen. Dadurch entsteht weniger Harndrang, sodass die Symptome der Dranginkontinenz gelindert werden können.

 

Für wen ist Solifenacin geeignet?

Der Wirkstoff wird bei Patienten mit überaktiver Blase, Reizblase sowie bei Patienten mit Dranginkontinenz verwendet. Übermäßig häufiger und plötzlicher Harndrang wird durch den Wirkstoff gemindert. Nicht geeignet ist das Mittel bei schweren Magen-Darm-Erkrankungen, bei Harnverhalt, bei mäßig oder stark eingeschränkter Leberfunktion und Nierenfunktionsstörungen. Ebenso darf Solifenacin nicht von Dialyse-Patienten, Patienten mit Grünem Star sowie bei der Muskelerkrankung Myasthenia gravis verwendet werden.

In Schwangerschaft und Stillzeit werden Medikamente mit diesem Wirkstoff nicht empfohlen, da bislang keine ausreichenden Studienergebnisse vorliegen. Auch für Kinder ist das Medikament nicht geeignet.

 

Welche Nebenwirkungen können bei Solifenacin auftreten?

Sehr häufig tritt bei Einnahme von Solifenacin Mundtrockenheit auf, häufig zudem Verstopfung, verschwommenes Sehen, Übelkeit, Verdauungsstörungen und Bauchschmerzen. Gelegentlich kann es zu Harnwegs- und Blasenentzündungen, der Reflux-Krankheit, Müdigkeit und Benommenheit, Augen- und Nasentrockenheit, trockener Haut und Schwierigkeiten beim Wasserlassen kommen. Wie bei allen Medikamenten ist zudem eine Überempfindlichkeit bzw. eine allergische Reaktion auf die Inhaltsstoffe möglich.

 

Wie wird Solifenacin angewendet?

Solifenacin ist unter dem Markennamen Vesicur® erhältlich. In der Regel genügt eine Filmtablette täglich, wobei vom Arzt festgelegt wird, ob eine Dosis von 5 oder 10 Milligramm benötigt wird. Die Einnahme geschieht zusammen mit etwas Flüssigkeit und kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Zur genauen Dosierung und Anwendung ist auf die genauen Anweisungen des behandelnden Arztes zu achten.1

 

 

 

Hinweis:

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Haben Sie Fragen zum Wirkstoff sollten Sie hierzu Ihren behandelnden Arzt oder Apotheker befragen.

 

 


1http://www.fachinfo.de/pdf/008589