Mirabegron bei Harninkontinenz

mirabegronMirabegron gehört zur Gruppe der Beta-3-Agonisten und wird zur Behandlung der überaktiven Blase eingesetzt. Betroffene verspüren übermäßig starken Harndrang und müssen oft die Toilette aufsuchen, auch, wenn die Blase noch nicht gefüllt ist. Das kann zu einer Beeinträchtigung des Alltags führen. Manche Patienten leiden infolge der hyperaktiven Blase an einer Harninkontinenz, da sie den oft plötzlichen Harndrang nicht mehr kontrollieren können.

Mirabegron ist erst seit 2012 in den USA und seit 2013 in Europa zugelassen. Daher unterliegt dieses Medikament noch starker Beobachtung. Mirabegron entspannt die Blasenmuskulatur und kann so den Harndrang verringern sowie die Blasenkapazität erhöhen. Es führt im Gegensatz zu anderen Medikamenten zur Behandlung der Reizblase/hyperaktiven Blase weniger zu Mundtrockenheit, was von einigen Patienten als angenehm empfunden wird.

 

Für wen ist Mirabegron geeignet?

Mirabegron ist für Patienten mit überaktiver Blase, Reizblase und für Patienten mit Dranginkontinenz geeignet. Die Gegenanzeigen sind gering, lediglich allergische Reaktionen auf das Mittel und seine Inhaltsstoffe stellen eine klare Kontraindikation dar. Besondere Vorsicht ist jedoch geboten, wenn der Patient Nieren- und Lebererkrankungen hat, wenn starke Blasenentleerungsstörungen in Kombination mit Restharn vorliegen, bei Bluthochdruck, bei einer QT-Verlängerung und bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen Arzneimitteln (zum Beispiel Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, gegen allergische Rhinitis, Antipsychotika, Mittel gegen Infektionen).

In diesen Fällen muss die Einnahme von Mirabegron vorher gut abgewogen werden. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen das Medikament aufgrund bisher fehlender Studienergebnisse nicht einnehmen. Frauen in der Schwangerschaft wird von der Einnahme des Mittels abgeraten, in der Stillzeit ist Rücksprache mit dem Arzt zu halten. Jedoch ist auch hier, aufgrund der schlechten Studienlage, Vorsicht geboten.

 

Welche Nebenwirkungen können bei Mirabegron auftreten?

Häufig können ein beschleunigter Herzschlag sowie Harnwegsinfekte auftreten. Gelegentlich kommt es zu Störungen des oberen Verdauungssystems, zu Gelenksschwellungen, Magenschleimhautentzündungen, einem erhöhten Blutdruck, Juckreiz oder Ausschlag sowie zu Scheideninfektionen und einer Anstieg bestimmter Laborwerte.

 

Wie wird Mirabegron angewendet?

Mirabegron Medikamente sind als Retardkapseln unter dem Markennamen Betmiga® erhältlich. Sie wird in der Regel einmal täglich mit Flüssigkeit eingenommen, wobei die tägliche Dosis in diesem Fall 50 Milligramm beträgt.

Mirabegron kann sowohl vor, während oder nach einer Mahlzeit eingenommen werden. Die Art und Menge der Einnahme muss vorher mit dem Arzt abgestimmt werden, so verändert sich die tägliche Dosis beispielsweise bei vorliegenden Nieren- und Lebererkrankungen.1

 

 

 

Hinweis:

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Möchten Sie sich zu diesem Medikament, seiner Wirkung und den Anwendungsgebieten informieren, sollten Sie Ihren behandelnden Arzt dazu befragen.

 

 


1 http://www.apotheken-umschau.de/do/extern/medfinder/medikament-arzneimittel-information-Betmiga-50mg-Retardtabletten-RC3913.html