Propiverin bei Harninkontinenz

porpiverinDas Medikament Propiverin gehört zur Gruppe der Blasenspasmolytika. Es entspannt die Blasenmuskulatur und fördert die Fähigkeit der Blase, mehr Flüssigkeit zu speichern. Zudem hat es eine anticholinerge Wirkung, es hemmt also die Erregungsübertragung zwischen den Muskeln.

Es wird bei Patienten mit chronisch ständigem Harndrang oder bei Patienten mit Dranginkontinenz eingesetzt. Oftmals liegt hier eine zu starke Spannung auf der Blasenmuskulatur und den dazugehörigen Nerven vor. Dadurch kommt es bereits zu Harndrang, auch wenn der Füllstand der Blase erst gering ist. Propiverin ist durch seine Wirkung in der Lage, den Harndrang zu mindern und so dem Patienten wieder mehr Lebensqualität zu ermöglichen.

 

Für wen ist Propiverin geeignet?

Propiverin wird angewendet, um die Symptome der Dranginkontinenz sowie auch häufigen Harndrang ohne bestehende Inkontinenz zu behandeln. Auch nervenbedingte Störungen wie bei Rückenmarksverletzungen sowie eine überaktive Blase ohne klare Ursache können mit dem Wirkstoff therapiert werden. Nicht angewendet werden darf das Medikament bei Darmverschluss, bei starken Blasenentleerungsstörungen, bei generalisierter Muskelschwäche, bei akuter Dickdarmerweiterung, bei mittleren oder schweren Lebenfunktionsstörungen, bei einigen Formen des Grünen Stars sowie bei Herzrhythmusstörungen.

Ebenso dürfen Frauen in Schwangerschaft und Stillzeit das Mittel nicht einnehmen. In reduzierter Dosis ist Propiverin auch für Kinder geeignet. Dies muss jedoch individuelle vom behandelnden Arzt entschieden werden.

 

Welche Nebenwirkungen können bei Propiverin auftreten?

Sehr häufig und häufig können bei Propiverin Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Magen- und Bauchschmerzen, Verstopfung, Müdigkeit und Erschöpfung, Sehstörungen sowie Schwierigkeiten beim Scharfsehen auftreten. Gelegentlich kommt es zudem zu Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, einer Absenkung des Blutdrucks, Benommenheit, Harnverhalt, Zittern und Erröten. Bei Kindern können außerdem Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen sowie Appetitlosigkeit auf auftreten.

 

Wie wird Propiverin angewendet?

Die Dosierung von Propiverin ist abhängig von der Art der Beschwerden. Patienten mit einer überaktiven Blase nehmen in der Regel zwei mal täglich je 15 Milligramm in Form von Tabletten ein. Möglich ist aber auch eine höhere Dosis von bis zu drei Tabletten täglich, wie sie beispielsweise bei nervlich bedingten Blasenentleerungsstörungen auftreten kann. Bei Kindern wird die Menge auf das Körpergewicht umgerechnet, wobei etwa 0,8 Milligramm des Wirkstoffes pro Kilogramm angesetzt werden.1

 

 

 

Hinweis:

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Wollen Sie mehr über die Anwendung des Wirkstoffes bei Inkontinenz erfahren, sollten Sie Ihren behandelnden Arzt oder Apotheker befragen.

 

 


1 http://www.apotheken-umschau.de/do/extern/medfinder/medikament-arzneimittel-information-Propiverin-Aristo-5mg-Filmtabletten-AB5472.html