Was ist Desmopressin und wie wirkt es?

desmopressinDesmopressin ist ein Arzneimittel gegen Harninkontinenz, welches dem körpereigenen Hormon ADH (Antidiuretisches Hormon) nachempfunden ist. Dieses Hormon ist unter anderem dafür zuständig, die Harnbildung in der Nacht zu reduzieren, damit es nicht zu ständigem nächtlichen Harndrang kommt. Bettnässen und ein unbemerktes Überlaufen der Blase werden so reduziert und im besten Falle auch verhindert.

Daher wird vor allem nächtliche Harninkontinenz mit dem Mittel behandelt, wobei dieses Medikament aber auch bei anderen Formen eingesetzt wird.


Desmopressin gehört zu den Antidiuretika und den Hypothalarmushormonen. Es wird neben Harninkontinenz auch bei anderen Erkrankungen verschrieben, wie etwa bei Diabetes insipidus centralis (Wasserharnuhr), zur Vermeidung von Austrocknung (beispielsweise nach Operationen) wie auch bei angeborenen Blutungsneigungen, da die Blutungszeit durch das Medikament verkürzt wird.


Es kann sowohl als Spray oder in Tablettenform eingenommen oder aber intravenös verabreicht werden. In welcher Form und Dosierung Desmopressin einem Inkontinenz-Patienten verabreicht wird, muss der behandelnde Arzt individuell entscheiden.

 

Nebenwirkungen von Desmopressin

Allgemeine mögliche Nebenwirkungen:

Beim Medikament kann es zu Bluthochdruck, Durchfall, Benommenheit oder Blasenbeschwerden kommen. Seltener kommen unter anderem Depressionen, Schwindel, Herzrasen, Blutdruckabfall, Sehbehinderungen, Hautausschlag, Blähungen oder Hautjucken vor.

 

  • Spray:

Häufig treten Nasenbluten, Schnupfen und eine verstopfte Nase, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen auf. Seltener sind Natrium-Mangel-Krämpfe, Überempfindlichkeitsreaktionen, Hirnschwellung oder Blut-Natrium-Mangel.

 

  • Tabletten:

In Tablettenform kann das Mittel häufig Bauchschmerzen, Übelkeit oder Kopfschmerzen auslösen. Sehr hohe Dosierungen sowie eine starke Flüssigkeitszufuhr können zu Krämpfen und einer Gewichtszunahme führen. Seltene Nebenwirkungen sind auch hier Natrium-Mangel-Krämpfe sowie Blut-Natrium-Mangel, Hinrschwellung oder allergische Reaktionen/Überempfindlichkeitsreaktionen.

 

  • Spritze:

Siehe Tabletten.

 

Besonderheiten von Desmopressin

Wichtig ist, dass der Natriumhaushalt des Körpers während der Einnahme von Desmopressin regelmäßig kontrolliert wird. Nach Absprache mit dem Arzt sollte außerdem nicht zu viel Flüssigkeit aufgenommen werden, damit das Medikament in der Blase wirken kann und nicht sofort wieder ausgeschwemmt wird.

 

Wer darf Desmopressin nicht einnehmen?

Desmopressin darf nicht eingenommen werden, wenn der Patient unter Niereninsuffizienz, Herzmuskelschwäche, einem erniedrigten Natriumspiegel, habitueller Polydipsie oder psychogener Polydispie leidet. Auch Patienten, die nicht in der Lage sind, ihre Flüssigkeitsaufnahme selbstständig zu reduzieren (z.B. bei demenziellen Erkrankungen), dürfen das Medikament nicht einnehmen.

Ebenso sind das Von-Willebrand-Jügens-Syndrom, das 5 % Faktor VIII sowie Faktor VIII Antikörper Ausschlusskriterien für die Einnahme.1


Schwangere und Frauen in der Stillzeit dürfen das Medikament nur in Rücksprache mit dem Arzt einnehmen.

 


Hinweis:
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Leiden Sie unter Inkontinenz und suchen nach einem Weg, Ihr Leiden medikamentös zu behandeln, sollten Sie sich mit einem Facharzt in Verbindung setzen und sich von diesem eingehend beraten lassen.

 

 

1 http://www.patienteninfo-service.de/a-z-liste/d/desmotabsR-01-mg-tabletten/