Das Medikament Estriol

estriolDas Medikament Estriol gehört zur Gruppe der Östrogene. Demzufolge handelt es sich hierbei um ein hormonelles Mittel. Dabei ist Estriol ein Abbauprodukt des natürlichen Hormons Estradiol. Östrogene sind weibliche Sexualhormone, die für das Wachstum und die Funktion der weiblichen Geschlechtsorgane nötig sind. Ebenso ist Östrogen wichtig für den Knochenaufbau.

Das Hormon wird in den weiblichen Eierstöcken produziert. In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel im Blut nach und nach ab. Die Einnahme des Medikaments geschieht also vor allem bei Wechseljahresbeschwerden. Durch das Absinken des Östrogenspiegels kann auch die Funktion der Blase beeinträchtigt werden und es kann leichter zu Entzündungen der Harnwege kommen. Besonders häufig wird Estriol bei der Drang- bzw. Urgeinkontinenz eingesetzt.

 

Wirkung von Estriol

Durch Estriol wird der Östrogenspiegel im Körper wieder angehoben. Obwohl es zu den kurz wirksamen Östrogenen gehört und nur eine relativ schwache Wirkung besitzt, ist es ausreichend, um die Blasenfunktion wieder herzustellen. Der Vorteil liegt vor allem darin, dass das Medikament demnach auch keine belastende, starke Wirkung auf den Gesamtorganismus hat, sondern nur lokal im Bereich der Scheide und des Harntraktes wirkt. Meist wird daher auch eine lokale Therapie mit Cremes oder Vaginalzäpfchen verordnet.

 

Nebenwirkungen

Bei der Einnahme/ Verwendung von Estriol können folgende Nebenwirkungen auftreten:

 

  • Gelegentlich: Wassereinlagerungen, dadurch Gewichtszunahme, Zwischenblutungen, Brustspannen, veränderte Libido

  • Selten: Magen- Darm Beschwerden, Akne, Erhöhung des Demenz-Risikos, Sehstörungen, Probleme im Gallenbereich

  • Nebenwirkungen bei oraler Einnahme: Das Risiko für Thrombosen, Lungenembolien, Schlaganfälle und Herzinfarkte erhöht sich

  • Nebenwirkungen bei lokaler Anwendung: Juckreiz, Ausfluss, Schleimhautreizungen, Schmierblutungen, Hitzegefühl

 

Wann sollte Estriol nicht eingenommen werden?

Estriol sollte nicht in der Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden, ebenso nicht bei akuten oder früheren Tumoren, bei Endometriose, bei ungeklärten Blutungen im Genitalbereich sowie bei einer Überempfindlichkeit gegen enthaltene Inhaltsstoffe.

 

Auch bei Erkrankungen der Blutgefäße sollte das Medikament nur unter Vorbehalt eingesetzt werden. Dazu gehören Störungen der Blutgerinnung, eine vorangegangen Lungenembolie, Herzklappenfehler, eine starke Neigung zu Krampfadern sowie frühere Schlaganfälle oder Herzinfarkte.

Kinder dürfen das Medikament nicht einnehmen.

 

Warnhinweise bei der Einnahme von Estriol

Durch die Einnahme steigt das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs sowie das Risiko für einen Schlaganfall. Bei der Anwendung von Salben mit dem Wirkstoff kann anschließend die Reißfestigkeit von Kondomen beeinträchtigt sein. Ebenso können auf einen der enthaltene Wirkstoffe Allergien entstehen.1

 

 

Hinweis:
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Leiden Sie unter Harninkontinenz sollten Sie einen Facharzt aufsuchen und sich von diesem beraten lassen.

 


1 http://www.frauenarzt-im-tal.de/Service/Estriol/estriol.html