Wie entsteht unfreiwilliger Harnabgang?

unfreiwilliger harnabgangUnfreiwilliger Harnabgang ist für die meisten Betroffenen sehr unangenehm. Geschieht dies häufiger, liegt der Verdacht auf eine Harninkontinenz nahe. Zwar sind statistisch betrachtet mehr ältere Frauen ab 50 Jahren von einer solchen Harninkontinenz betroffen, jedoch kann unfreiwilliger Harnabgang in jedem Alter geschehen, da die Ursachen vielfältig sind. Zu diesem Phänomen kann es in unterschiedlichen Situationen kommen. Besonders häufig ist die sogenannte Belastungsinkontinenz, bei der es zu Harnverlust kommt, sobald durch körperliche Anstrengung Druck auf den Bauchraum ausgeübt wird.

 

Dabei werden unterschiedliche Schweregrade unterschieden – bei manchen Frauen kommt es nur selten zu geringem Harnverlust, in ausgeprägten Fällen kann der Urin gar nicht mehr gehalten werden. Unfreiwilliger Harnabgang kann sich jedoch auch in anderen Formen der Harninkontinenz zeigen, wie beispielsweise in der Urge-/Dranginkontinenz, bei der es zu schwallartigem, plötzlichen Wasserlassen kommt oder bei der Überlaufinkontinenz, bei der die Blase aufgrund von Überfüllung schlichtweg „überläuft“.

Weitere Formen der Harninkontinenz, bei der Urin unkontrolliert abgeht, sind die Reflexinkontinenz, die Extraurethrale Inkontinenz oder bestimmte Mischformen. Mehr darüber können Sie hier nachlesen!

 

Unfreiwilliger Harnabgang: Ursachen

Vermehrter unfreiwilliger Harnabgang kann viele verschiedene Ursachen haben. In einigen Fällen hat eine zu schwache Beckenbodenmuskulatur damit zu tun, da diese unweigerlich Auswirkungen auf den äußeren Blasenschließmuskel hat, der zur Steuerung des Harnabgangs nötig ist. Manche Patienten haben sich auch ein falsches Toilettenverhalten angewöhnt, sodass die Blase zu oft oder zu selten entleert wird. Harnwegsinfekte, Blasensteine oder anderer Entzündungen im Bereich des Harntraktes können eine Harninkontinenz begünstigen, ebenso wie Schwangerschaft und Geburt.

 

Einige Krankheiten haben häufiger zur Folge, dass ein unfreiwilliger Harnabgang entsteht. Dazu gehören beispielsweise Morbus Parkinson, die Alzheimer Krankheit oder andere, neurologische Erkrankungen. Die Nervenübertragung kann auch durch anderweitige Schädigungen der Nervenbahnen gestört sein, wie etwa nach Operationen oder bei einer Absenkung der Gebärmutter. Ebenfalls können psychosomatische Ursachen dafür sorgen, dass unfreiwilliger Harnabgang begünstigt wird.

 

Die Behandlung

Unfreiwilliger Harnabgang kann in vielen Fällen erfolgreich behandelt werden. Oftmals hilft bereits ein gezieltes Blasen- und Verhaltenstraining in Kombination mit Beckenbodentraining, um die Beschwerden langfristig zu lindern. Außerdem stehen bei einigen Formen von Harninkontinenz Medikamente zur Verfügung, die Nerven und Muskulatur wieder aktivieren können. In seltenen Fällen ist eine Operation die einzige Therapiemöglichkeit.1

 

Hinweis:
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Leiden Sie unter Harninkontinenz sollten Sie einen Facharzt aufsuchen und sich von diesem beraten lassen.

 


1 http://www.apotheken-umschau.de/Harninkontinenz