Inkontinent – Was bedeutet das?

inkontinentInkontinent sein“ wird häufig nur mit älteren, pflegebedürftigen Menschen in Kontakt gebracht – dies ist jedoch ein Trugschluss, denn auch jüngere Menschen und schwangere Frauen leiden häufig unter Harninkontinenz. Da jedoch den meisten Betroffenen sehr unangenehm ist, dass sie inkontinent sind, wird in der Regel nicht offen darüber gesprochen. Stattdessen plagen sich Betroffene oft lange Zeit mit den Beschwerden und versuchen, die Inkontinenz zu verstecken, anstatt sich Hilfe bei einem Mediziner zu holen. Dies ist jedoch nicht nötig, vor allem, weil viele Formen der Inkontinenz gut zu behandeln sind und so die Beschwerden wieder abklingen können.

 

Wer inkontinent ist, hat dauerhaft oder partiell nicht mehr die Möglichkeit, den Harnabgang bewusst zu steuern. Hier wird auch von Harninkontinenz, Blasenschwäche oder Urininkontinenz gesprochen. Inkontinente Patienten haben keine ausreichende Kontrolle mehr darüber, wann Urin abgeht. Dabei gibt es viele unterschiedliche Formen, die bei betroffenen Menschen auftreten können. Die Formen unterscheiden sich unter anderem in Auslöser des Urinabgangs, den Ursachen und in der Menge des austretenden Urins. Die häufigste Form der Harninkontinenz ist die Belastungsinkontinenz. Dabei kommt es zu Harnverlust, sobald sich Druck auf die Bauchgegend aufbaut, wie beispielsweise beim Husten, Niesen oder Treppensteigen.

 

Warum wird man inkontinent?

Inkontinent zu werden kann relativ leicht geschehen, wobei die Beschwerden durch einige verschiedene Ursachen ausgelöst werden können. Die Belastungsinkontinenz kann beispielsweise durch eine zu schwache Beckenbodenmuskulatur entstehen, da hierdurch auch der äußere Blasenschließmuskel betroffen sein kann, der für die Steuerung des Harnabgangs zuständig ist. Je nach Form des inkontinenten Beschwerdebildes können aber auch neurologische Erkrankungen (wie z.B. Morbus Parkinson) für eine Störung der Nervenübertragung verantwortlich sein, sodass der Füllstand der Blase nicht mehr ungestört an das Gehirn übertragen werden kann. Nervenschädigungen, anatomische Veränderungen wie durch gynäkologische Operationen (z.B. Absenkung der Gebärmutter, Verengung der Harnröhre...), Tumore oder bestimmte Medikamente können ebenfalls fördern, inkontinent zu werden. Eine vorübergehende Inkontinenz kann während der Schwangerschaft oder nach der Geburt entstehen sowie auch bei Harnwegsinfektionen.

 

Wie wird man behandelt, wenn man inkontinent ist?

Wer inkontinent ist, kann in vielen Fällen gut behandelt werden. Dabei hängt die Behandlung von der vorliegenden Ursache ab. Oftmals helfen bereits ein Blasen- oder Beckenbodentraining, eine Veränderung der Trink- und Toilettengewohnheiten oder der Abbau von Risikofaktoren wie Übergewicht. In einigen Fällen können bestimmte Medikamente helfen, die Kontrolle über die Blase zurückzugewinnen. Ist mit solchen Maßnahmen keine Abhilfe zu schaffen, kommt eventuell eine Operation in Frage. Andernfalls stehen viele Hilfsmittel zur Verfügung, um inkontinenten Menschen das Leben so normal wie möglich zu gestalten.1

 

Hinweis:
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Leiden Sie unter Harninkontinenz sollten Sie einen Facharzt aufsuchen und sich von diesem beraten lassen.


1  http://www.apotheken-umschau.de/Harninkontinenz/