Richtig trinken bei Harninkontinenz

trinken bei harninkontinenzDas Trinken spielt bei Harninkontinenz oftmals eine weitaus wichtigere Rolle für Betroffene als gewöhnlich. Vor allem in der ersten Zeit der Harninkontinenz versuchen die Patienten so wenig wie möglich zu trinken, um damit dem unkontrollierten Harnverlust zu entgehen. Diese Überlegung erscheint logisch, denn Betroffene hoffen so, die Inkontinenz selbst unter Kontrolle zu bringen. Ein solch reduziertes Trinkverhalten kann sich jedoch negativ auf die Erkrankung auswirken und sie sogar noch verschlimmern. Bevor die Trinkgewohnheiten verändert werden, ist es also unabdingbar, dies mit einem Arzt zu besprechen. Für Patienten ist oftmals wichtig zu wissen: Nicht die Trinkmenge löst die Harninkontinenz aus, sondern andere Faktoren, die in vielen Fällen durchaus behandelt werden können.

 

Warum viel trinken bei Harninkontinenz?

Das Trinken ist bei Harninkontinenz-Patienten mindestens genauso wichtig wie bei gesunden Menschen. Eine reduzierte Trinkmenge sorgt dafür, dass sich der Urin in der Blase konzentriert. Die saure Flüssigkeit reizt die Blasenschleimhaut, was letztlich leichter zu Infektionen und Entzündungen der Harnwege führen kann. Wenn das Trinken bei Harninkontinenz vermieden wird, werden Harnleiter, Blase und Harnröhre schlechter durchspült, das heißt, auch Bakterien und andere Erreger werden nicht mehr ausreichend ausgeschieden. Zudem reagiert der Körper bei einer Unterversorgung mit Wasser durch regelrechte Entzugserscheinungen. Es kommt zu Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Schwindel und sogar zum Kreislaufversagen.

Auch Verstopfung, niedriger Blutdruck und Herzprobleme können die Folge sein, wenn zu häufig auf das Trinken verzichtet wird. Der Körper besteht zu 80 Prozent aus Wasser – damit alle Organe richtig funktionieren können, muss dieser Wasserhaushalt immer wieder ausgeglichen werden. So können zum Beispiel die Nieren den Körper nicht mehr ausreichend entgiften oder das Nervensystem wird geschädigt. Daher ist es enorm wichtig, auch bei Harninkontinenz ausreichend zu trinken.

 

Wie viel trinken bei Harninkontinenz?

Je nach Körpergewicht und Größe sollte jeder Mensch zwischen 1,5 und drei Liter am Tag trinken, auch bei Harninkontinenz. Dabei sollte sich nicht auf das Durstgefühl verlassen werden, denn dieses ist bei vielen Menschen nicht mehr stark ausgeprägt. Wichtig ist auch, die richtigen Getränke zu sich zu nehmen – Alkohol, schwarzer Tee, Eistee, Kaffee und kohlensäurehaltige Getränke eignen sich weniger, da sie oft auch harntreibend wirken. Empfehlenswert ist auch bei Harninkontinenz das Trinken von Wasser, Kräutertees oder auch verschiedenen Säften.

Am besten sollte der Betroffene über die Trinkmenge und die Art der Flüssigkeitsaufnahme mit dem Arzt reden. Eventuell gibt dieser auch Verhaltenstipps – so empfehlen beispielsweise einige Ärzte, nur bis 18 Uhr viel zu trinken und dann nur noch auf das Durstgefühl zu hören, damit es nicht unnötig zu nächtlichem Wasserlassen kommt. Eine Ausnahme bildet das Toilettentraining: Hierbei wird die Trinkmenge und die Tageszeit für die Flüssigkeitszufuhr festgelegt. Doch auch hier wird der Arzt bei Erstellung des Zeitplans darauf achten, dass der Patient bei Harninkontinenz ausreichend trinken muss.1

 

 

Hinweis:

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bitte befragen Sie Ihren behandelnden Arzt, wenn Sie Fragen zum richtigen Trinken bei Inkontinenz haben.

 

 


1 http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=35078