Die neurogene Detrusorphyperaktivität/ Reflexinkontinenz

neurogene detrusorphyperaktivitaetDie neurogene Detrusorphyperaktivität ist auch als Reflexinkontinenz bekannt. Mediziner unterscheiden die supraspinale und die spinale Blase, wobei die Symptome sich jeweils etwas unterscheiden. Grundsätzlich zeichnet sich die neurogene Detrusorphyperaktivität dadurch aus, dass die Kommunikation zwischen Gehirn und Blase gestört ist. Die Entleerung der Blase geschieht also rein reflexartig. Bei einer gesunden Hirn-Blasen Kommunikation wird normalerweise der Füllstand der Blase regelmäßig an das Gehirn übertragen. Ab einem gewissen Füllstand (ca. 250 ml) entsteht nach und nach das Gefühl, zur Toilette zu müssen. Je weiter die Flüssigkeitsmenge in der Blase ansteigt, desto stärker ist der Drang, die Blase zu entleeren. Liegt nun eine neurogene Detrusorphyperaktivität vor, entsteht dieser „Dialog“ nicht, da er durch verschiedene Faktoren verhindert wird. Die Blase reagiert also, ohne dass ein Harndrang bemerkt worden ist, sobald ein gewisser Füllstand erreicht wurde. Dabei geht der Urin zu unterschiedlichen Zeiten und in verschiedenen Mengen ab.

 

Neurogene Detrusorphyperaktivität: Ursachen

Bei den Ursachen unterscheidet man bei der neurogenen Detrusorphyperaktivität zwischen der spinalen und supraspinalen Reflexinkontinenz.

 

Die Gründe für eine spinale neurogene Detrusorphyperaktivität liegen im Bereich des Rückenmarks. Die Impulse zwischen Gehirn und Blase sind gestört oder unterbrochen. Das bedeutet, dass kein Harndrang auftritt und die Blase auch nicht durch eigene Steuerung entleert werden kann. Die Ursachen für eine solche Störung können beispielsweise in einer Querschnittslähmung, einem Bandscheibenvorfall, Multipler Sklerose oder an Fehlbildungen wie dem „offenen Rücken“ (Spina Bifida) liegen.

 

Bei der supraspinalen neurogenen Detrusorphyperaktivität liegen die Ursachen für die Störungen direkt im Gehirn. Dieses ist nicht in der Lage, die von den Nerven gesendeten Impulse zu empfangen oder zu verarbeiten. In solchen Fällen ist die Gehirnfunktion zum Beispiel durch einen Schlaganfall, durch Hirnblutungen oder Krankheiten wie Alzheimer gestört.

 

Neurogene Detrusorphyperaktivität: Behandlung

Liegt eine neurogene Detrusorphyperaktivität vor, kann diese in der Regel nicht wieder geheilt werden. Deswegen besteht die Therapie aus Maßnahmen, die eine vollständige Blasenentleerung sowie das kontrollierte Ablassen von Urin ermöglichen. In den meisten Fällen werden Einmal- oder Dauerkatheter eingesetzt, oftmals auch krampflösende Medikamente. Zusätzliche Unterstützung im Alltag bieten Hilfsmittel wie Vorlagen oder Bettauflagen.1

 

Hinweis:
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Leiden Sie unter einer Inkontinenz, sollten Sie einen Facharzt aufsuchen und sich beraten sowie behandeln lassen.

 

1 http://www.selbsthilfeverband-inkontinenz.org/svi_suite/svisuite/harninkontinenz.php