Was ist eine Mischinkontinenz?

MischinkontinenzBei einer Mischinkontinenz handelt es sich um eine Kombination aus der Dranginkontinenz und der Belastungsinkontinenz. Betroffene leiden dabei in unterschiedlicher Ausprägung an Symptomen beider Formen. Die Belastungsinkontinenz äußert sich durch unwillkürlichen Harnverlust, der in körperlichen Anstrengungssituationen auftreten kann. Sobald sich der Druck im Bauchraum beispielsweise durch Husten, Niesen oder Treppensteigen erhöht, geht unkontrollierbar Urin ab, ohne dass zuvor Harndrang bestand. Dabei kann es sich um ein paar Tropfen, aber auch um eine größere Menge handeln. Diese Form der Inkontinenz wird nach unterschiedlichen Schweregraden eingestuft. Bei schwerer Belastungsinkontinenz geht auch ohne körperliche Anstrengung Urin ab. Ebenfalls können bei der Mischinkontinenz Symptome der Dranginkontinenz auftreten. Hierbei kommt es bei der Betroffenen zu plötzlichem Harndrang mit anschließendem Urinverlust.

 

Bei der Mischinkontinenz ist meist eine der beiden Formen der Inkontinenz stärker ausgeprägt, d.h. es können sowohl Symptome der Belastungs- als auch der Dranginkontinenz überwiegen.

 

Ursachen der Mischinkontinenz

Da bei der Mischinkontinenz Symptome der Drang- und Belastungsinkontinenz auftreten, sind die Ursachen besonders vielfältig. Es kann eine Schwächung der Beckenbodenmuskulatur vorhanden sein, die zum Beispiel durch Schwangerschaft und Entbindung, Nervenverletzungen, Operationen oder Unfällen entstanden ist. Manche Frauen haben auch die genetischen Anlagen für ein schwaches Bindegewebe, wodurch die Inkontinenz begünstigt werden kann. Eine Schwächung der Beckenbodenmuskulatur kann in der Folge einen nur noch unzureichenden Verschluss der äußeren Blasenschließmuskel bedeuten.

Die zur Mischinkontinenz gehörende Dranginkontinenz, auch Urgeinkontinenz genannt, entsteht beispielsweise durch Nervenverletzungen/ Nervenreizungen, die unter anderem nach Operationen oder durch neurologische Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Alzheimer oder Diabetes mellitus. Reizungen der Blase wie bei einer Blasenentzündung, Blasensteinen oder einer Verengungen des Blasenausgangs können ebenfalls einer der Gründe für eine Mischinkontinenz sein. Die Symptome können allerdings auch durch psychische Faktoren entstehen, sodass keine körperliche Ursache gefunden werden kann. In diesem Falle empfiehlt sich oft eine Gesprächs- oder Verhaltenstherapie, aber auch Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Atemübungen können hilfreich sein.

Die Diagnostik der Mischinkontinenz stellt oft eine Herausforderung dar, da viele Ursachen in Frage kommen.

 

Behandlung der Mischinkontinenz

Da die Mischinkontinenz sehr unterschiedliche Ursachen haben kann, ist die Behandlung nicht immer einfach. Sie erfordert je nach Ausprägung der Symptome eine Kombination aus den Therapien der Drang- und Belastungsinkontinenz.

 

Allgemein stehen bei der Mischinkontinenz Maßnahmen wie Blasentraining, Beckenbodentraining, eine medikamentöse Therapie aber auch operative Verfahren zur Auswahl. Dabei kommt es darauf an, welche Ursachen für die Inkontinenz gefunden werden können und welche Beschwerden überwiegen. In einigen Fällen könnte zum Beispiel eine Kombination aus Beckenbodentraining und Blasentraining bereits die Beschwerden der Mischinkontinenz lindern.

 

Hinzu kommen eventuell Physiotherapie, die Einnahme von Medikamenten (oft Duloxetin bei überwiegender Belastungsinkontinenz oder auch Anticholinergika bei überwiegender Dranginkontinenz), bewusste Verhaltensänderungen oder in seltenen Fällen Operationen hinzu. Der Behandlungserfolg ist sehr stark abhängig von den vorliegenden Ursachen. Patienten, die für ihre Erkrankung eine alternative Behandlung wünschen, stehen auch verschiedene homöopathische Mittel zur Verfügung.1, 2

 

Hinweis:
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Leiden Sie unter einer Inkontinenz, sollten Sie einen Facharzt aufsuchen und sich von diesem beraten und angemessen behandeln lassen.

 

1 www.apotheken-umschau.de/Harninkontinenz/

2 http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Urologische-Klinik-und-Poliklinik/de/patienteninformation/inkontinenz_frau/