Die extraurethrale Inkontinenz

extraurethrale InkontinenzDie extraurethrale Inkontinenz ist eine äußerst seltene Form der Harninkontinenz. Der Urin geht dabei nicht auf normalem Wege durch die Harnleiter ab, sondern durch andere Körperöffnungen. Es kommt dadurch zu ständigem, unkontrolliertem Harnverlust, obwohl der äußere Blasenschließmuskel und die Speicherfunktion der Blase an sich nicht unbedingt beeinträchtigt sind. Diese werden für den Urinabgang jedoch nicht genutzt, sobald eine extraurethrale Inkontinenz vorliegt. Es ist den Patienten in der Regel möglich, selbstständig eine Toilette aufzusuchen und die Blase auf natürlichem Wege zu entleeren. Das verhindert aber nicht das dauerhafte, unkontrollierte und unnatürliche Abfließen von Urin durch die Körperöffnungen.

 

Ursachen für die extraurethrale Inkontinenz

Die extraurethrale Inkontinenz ist entweder angeboren oder entsteht in Folge von späteren Fehlbildungen. Im Falle einer angeborenen extraurethralen Inkontinenz liegt die Ursache beispielsweise in fehlmündendenden Harnleitern oder in einer fehlerhaften Anlage der Harnröhre. Entsteht die extraurethrale Inkontinenz erst später, haben sich meist sogenannte Fisteln gebildet. Dabei handelt es sich um nachträglich entstandene Verbindungsgänge, durch die der Harn unkontrolliert abfließen kann. Die Ursachen hierfür sind beispielsweise Verletzungen, Operationen, Bestrahlungen, Blasenerkrankungen oder Tumore. Je nachdem, wo sich die Fisteln gebildet haben, fließt auch der Urin ab. Möglich ist zum Beispiel eine Entleerung der Blase über den Darmausgang.

 

Diagnose der extraurethralen Inkontinenz

Der Arzt wird bei ständigem, nicht kontrollierbarem Harnabgang einige Untersuchungen durchführen, um eventuell die Diagnose der extraurethralen Inkontinenz stellen zu können. Basis hierfür ist zunächst eine körperliche Untersuchung und die Kontrolle des Genitalbereichs. Der Patient muss meist ein Mitktionsprotokoll führen, bei dem er angibt, wann, wie oft und wie viel Urin abgeht. Weiterhin kommen eine Sonographie, eine Ausscheidungsurographie, eine Urinkultur oder der sogenannte Windeltest zum Einsatz.

 

Die extraurethrale Inkontinenz behandeln

Um die extraurethrale Inkontinenz zu behandeln, muss zunächst die Ursache geklärt sein. Sind Blasenschließmuskel, Nervenbahnen und alle anderen Funktionen der Blase intakt, können Fisteln oder andere nachträgliche Fehlbildung häufig operativ entfernt werden. Bei einem defekten Schließmuskel ist es möglich, diesen künstlich nachzubilden. Hierfür kann ein Implantat eingesetzt werden, das es ermöglicht, die Blase manuell zu entleeren.

Andere Therapieformen stehen für die extraurethrale Inkontinenz nicht zur Verfügung. In einigen Fällen, vor allem bei angeborenen Fehlbildungen, kann auch eine Operation keine Abhilfe schaffen. Dann kann dem Patienten durch verschiedene Hilfsmittel ein dauerhaftes Leben mit der Inkontinenz ermöglicht werden.1

 

Hinweis:
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Leiden Sie unter einer Inkontinenz, sollten Sie einen Facharzt aufsuchen und sich beraten sowie behandeln lassen.

 

1 http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_inkontinenz-ursachen-krankheitsbilder_383.html#Extraurethrale