Harninkontinenz durch Übergewicht

Uebergewicht harninkontinenzÜbergewicht kann die Entstehung einer Harninkontinenz begünstigen. Durch die erhöhte Körpermasse kommt es zu einem ständigen Druck auf den Bauchraum, der vor allem eine Belastungsinkontinenz zur Folge haben kann. Bei der Belastungsinkontinenz geht unwillkürlich Urin ab, sobald durch körperliche Anstrengung eine Erhöhung des Druckes auf die Blase entsteht. Man unterscheidet hierbei unterschiedliche Schweregrade. Eine leichte Belastungsinkontinenz zeichnet sich durch nur gelegentlichen Urinverlust auf, die bei schwereren körperlichen Belastungen wie Treppensteigen, dem Heben schwerer Gegenstände, Husten oder Niesen entsteht. Später können auch kleinere Anstrengungen den unfreiwilligen Harnabgang auslösen, wie etwa Lachen, Aufstehen oder Gehen.

In schweren Fällen entweicht nahezu ständig Urin, ohne dass eine tatsächlich Anstrengung geschehen muss. Bei einer Harninkontinenz durch Übergewicht wird der Beckenboden stärker belastet, zudem rutschen durch das Gewicht Blase und Harnröhre tiefer.

 

Zwei Drittel aller Frauen, die unter Harninkontinenz leiden, haben Übergewicht. Daher ist der Einfluss der Statur auf die Blase nicht zu unterschätzen.

 

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Was tun bei Harninkontinenz durch Übergewicht?

Ist durch Übergewicht eine Harninkontinenz entstanden, ist es wichtig, langfristig das Übergewicht abzubauen, um die Muskeln der Blase und des Beckenbodens zu entlasten. Durch den permanent erhöhten Druck auf den Bauchraum werden die Schließmuskeln der Blase sowie auch des Darmausgangs geschwächt. Daher müssen auch diese Muskeln wieder gestärkt und trainiert werden, damit die normale Funktion wieder hergestellt werden kann.

 

Der Abbau von Übergewicht sollte von Ernährungsexperten und Ärzten begleitet werden. Oftmals haben Betroffene bereits eigene Versuche unternommen, um ihr Gewicht zu reduzieren und blieben dabei erfolglos. Fachleute können helfen, gezielt Gewicht abzubauen, ohne dass dabei die Gesundheit geschädigt wird. Angepriesene „Wunder-Diäten“ sind oftmals ungesund und führen vor allem zu dem bekannten „Jojo-Effekt“ – das bedeutet, dass die Gewichtsabnahme wenn überhaupt nur kurzfristig geschieht. Wichtig ist eine ausgewogene Ernährung, die zwar den Körper mit allen Nährstoffen versorgt, jedoch wenig Zucker, Fett und nur begrenzt Kohlenhydrate enthält. Nur eine dauerhafte Ernährungsumstellung in Kombination mit körperlicher Betätigung kann bei Übergewicht langfristig helfen und eine chronische Harninkontinenz lindern oder verhindern.

 

Weitere Maßnahmen bei Harninkontinenz durch Übergewicht

Die Harninkontinenz entsteht vor allem dann, wenn durch das Übergewicht auch die Beckenbodenmuskulatur geschwächt ist. Damit der Beckenboden wieder seine normale Funktion aufnehmen kann, ist es wichtig, zusätzlich zu den gewichtsregulierenden Maßnahmen auch ein Beckenbodentraining durchzuführen. Physiotherapeuten, Ärzte oder Krankengymnasten können hier hilfreiche Tipps geben und Übungen für den Alltag entwerfen, die der Patient selbst zuhause durchführen kann. Bei regelmäßiger Übung kann die Harninkontinenz durch Übergewicht gelindert oder sogar ganz beseitigt werden. Voraussetzung dafür ist jedoch eine gewisse Disziplin und eine bewusste Verhaltensänderung des Patienten.

 

Medikamente bei Harninkontinenz durch Übergewicht

Die Kombination aus einem Abbau des Übergewichts sowie gezieltes Beckenbodentraining sind in der Regel die wichtigen Grundsteine für eine Behandlung der Harninkontinenz. Bringen diese Methoden jedoch keinen oder zu wenig Erfolg, kann zusätzlich eine Therapie mit Medikamenten angesetzt werden. Bei der Belastungsinkontinenz wird beispielsweise das Medikament Duloxetin eingesetzt, das dabei helfen kann, die Muskeln zu stärken. Auch einige homöopathische Mittel haben sich bei Harninkontinenz erfolgreich bewährt.1

 

Hinweis:
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Sie unter Übergewicht leiden und bereits an Inkontinenz erkrankt sind, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und sich über die Möglichkeiten einer Behandlung beraten lassen.

 

1  https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Belastungs-oder-Stressinkontinenz.115220.0.html