Inkontinenz durch psychosomatische Erkrankungen

psychosomatische ErkrankungenIn einigen Fällen ist bei der Inkontinenz keine organische oder neurologische Störung zu finden, trotzdem kommt es aber zu Symptomen der Harninkontinenz – Hier können eventuell psychosomatische Erkrankungen zugrunde liegen. Das bedeutet, dass die Inkontinenz ausgelöst wird durch psychische Faktoren, die Einfluss auf die Funktion der Blase haben.

Besonders häufig liegen bei psychosomatischen Erkrankungen die Dranginkontinenz oder die umgangssprachliche „Reizblase“ bzw. „schwache Blase“ vor. In ähnlicher Form kennen viele Menschen dieses Phänomen: Vor Prüfungen oder mit Angst behafteten Situationen muss man besonders häufig zur Toilette, auch wenn nur ein paar Tropfen Urin abgehen.

Trotzdem entsteht das Gefühl von Harndrang, obwohl die Blase noch nicht gefüllt ist. Andere Patienten bemerken diese Symptome, wenn deutlich ist, dass in den nächsten Stunden keine Toilette aufgesucht werden kann – auch hier kann es psychosomatisch direkt wieder zu Harndrang kommen, obwohl man kurz zuvor die Blase noch entleert hat. Dies zeigt, wie psychosomatische Erkrankungen einen Einfluss auf die Blasenaktivität haben können. Bei anderen Patienten liegen jedoch noch wesentlich tiefgreifendere psychische Störungen vor, die sich durch die Inkontinenz zeigen.

 

Welche psychosomatischen Erkrankungen begünstigen Inkontinenz?

Psychosomatische Erkrankungen, die zu einer Inkontinenz führen, können sehr vielfältig sein. Möglich ist beispielsweise, dass unterdrückte Aggressionen, ständiger Ärger und Wut sich in Form von Inkontinenz zeigen. Durch das Urinieren wird „Druck abgelassen“. Bei anderen Patienten ist das Wasserlassen unbewusst verbunden mit dem Gefühl sich zurückziehen zu können. Dieses Bedürfnis kann beispielsweise innerhalb gestörter Partner- und/oder Familienverhältnisse entstehen. Die Blase signalisiert dadurch häufiger Harndrang, als es nötig ist, damit der nötige oder erwünschte „Rückzug“ erreicht werden kann.


Besonders bei Kindern und Jugendlichen entsteht Inkontinenz häufig durch psychosomatische Erkrankungen. Es kann sich hierbei um das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit handeln, oder ebenfalls den Abbau von inneren Spannungen herbeiführen.


Generell ist die „Reizblase“ bereits durch deren Bezeichnung ein Hinweis auf die psychischen Ursachen und vorliegende psychosomatische Erkrankungen: Patienten sind häufig überreizt oder befinden sich durch Alltag, Arbeit oder besonders belastende Lebensumstände in einem ständigen Reizzustand. Dies spiegelt sich durch das Verhalten der Blase wider.

 

Wie werden psychosomatische Erkrankungen behandelt?

Bei psychosomatischen Erkrankungen gibt es keine allgemeingültige Therapie. Der erste Schritt ist das Aufsuchen eines Psychotherapeuten/ eines Psychologen, um den Ursachen für die psychosomatische Erkrankung auf den Grund zu gehen. Es gilt herauszufinden, wie die überaktive Blase mit der Seele in Verbindung steht. Vielen Patienten hilft eine Verhaltens- und/ oder Gesprächstherapie, um sich der unterdrückten Emotionen bewusst zu werden. Oftmals kann auch eine gezielte Änderung des Toilettenverhaltens bereits helfen, die Inkontinenz in den Griff zu bekommen.


Neben der Behandlung durch den Therapeuten können bei psychosomatischen Erkrankungen generell Entspannungstechniken helfen, die inneren Spannungszustände zu lösen. Atemübungen, Yoga, Autogenes Training oder Meditationen sind hilfreiche Mittel. Auch Heilpraktiker und Homöopathen können oftmals unterstützen, die psychosomatische Erkrankungen zu erkennen und zu behandeln. Homöopathische Mittel, Bachblüten, Tees und andere alternativmedizinische Ansätze haben sich in der Therapie von psychosomatischen Erkrankungen vielfach bewährt.1

 

 

Hinweis:
Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Glauben Sie, dass eine psychosomatische Erkrankung der Grund für Ihr Leiden ist, sollten Sie einen Facharzt aufsuchen und sich von diesem eingehend beraten lassen.

 

 

1 http://www.koerpertherapie-zentrum.de/behandelbare-beschwerden/unterbauch-und-beckenboden/blasenbeschwerden.html