Harninkontinenz durch neurologische Erkrankungen

neurologische Erkrankungen HarninkontinenzEinige neurologische Erkrankungen können eine Harninkontinenz zur Folge haben. Dazu gehören zum Beispiel die Erkrankungen Alzheimer, Morbus Parkinson und Multiple Sklerose. Besonders häufig treten hier Formen der Belastungsinkontinenz, Dranginkontinenz, Reflexinkontinenz und Überlaufinkontinenz auf, die alle ihre Ursachen im neurologischen Bereich haben können. Die Ursachen liegen in der Regel entweder im Gehirn oder aber im Bereich des Rückenmarks.

 

 

 

Harninkontinenz durch neurologische Erkrankungen: Alzheimer

Menschen mit Alzheimer oder anderen demenziellen Erkrankungen leiden sehr häufig an Harninkontinenz, da diesen neurologischen Erkrankungen eine Veränderung und Schädigung im Gehirn zugrunde liegt. Solche Schädigungen machen es für Patienten mit Alzheimer oftmals nicht mehr möglich, die Blasenfunktion zu kontrollieren. Möglich ist, dass die Übertragung zwischen Blase und Gehirn gestört ist, sodass beispielsweise kein Harndrang mehr empfunden wird. Auch kann es zu einer Dranginkontinenz kommen, sodass der Patient auch bei noch nicht gefüllter Blase bereits den Drang zum Urinieren verspürt und es dadurch oftmals nicht mehr zur Toilette schafft.

Weiteren Einfluss kann das Gehirn auf die Blasenmuskulatur haben, sodass die Blasenmuskeln erschlaffen und es zu Symptomen der Belastungsinkontinenz kommt. Ein anderer Aspekt von neurologischen Erkrankungen wie Alzheimer ist, dass die Harninkontinenz auch durch die geistige Einschränkung der Patienten entsteht, sich an Dinge zu erinnern. So ist es möglich, dass zwar Harndrang besteht, der Patient mit Alzheimer die Verknüpfung jedoch nicht mehr herstellen kann, dass deshalb eine Toilette aufgesucht werden muss. Viele Betroffene finden die Toilette auch nicht mehr oder vergessen andere, wichtige Aspekte des Toilettengangs, wie etwa, sich vor dem Urinieren zu entkleiden. Neurologische Erkrankungen wie Alzheimer führen im Gegensatz zu gesunden Patienten durchschnittlich doppelt so häufig zu Harninkontinenz.1

 

Harninkontinenz durch neurologische Erkrankungen: Morbus Parkinson

Neurologische Erkrankungen wie Morbus Parkinson führen bei fast 70 Prozent der Patienten zu Harninkontinenz. Dabei entsteht die Inkontinenz meist entweder durch die Medikamente, die bei Morbus Parkinson eingenommen werden müssen oder aber durch eine Störung der Blasenfunktion, die durch die neurologischen Erkrankungen selbst ausgelöst werden. Patienten mit Morbus Parkinson leiden vor allem unter Harninkontinenz, die sich durch unkontrolliertes nächtliches Wasserlassen oder durch Formen der Dranginkontinenz zeigen. Hinzu kommt später oft eine Schwäche der Blasenmuskulatur, sodass eine Belastungsinkontinenz ebenfalls auftreten kann.

Zwar ist eine Harninkontinenz durch neurologische Erkrankungen wie Morbus Parkinson nicht immer zu behandeln, möglich ist aber eine medikamentöse Therapie mit Anticholingenerika oder eine Veränderung der Dosis der Parkinson-Medikamente.2

 

Harninkontinenz durch neurologische Erkrankungen: Multiple Sklerose

Bei neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose kommt es zu Harninkontinenz, weil verschiedene Störungen bei der Blasenentleerung vorliegen können. Möglich ist beispielsweise eine hyperaktive Blase, die eine Dranginkontinenz zur Folge hat. Hierbei entsteht bereits bei nicht gefüllter Blase plötzlicher und nicht mehr kontrollierbarer Harndrang. Ebenfalls kann es zu einer komplexgestörten Blase kommen, wobei die Signalübertragung zwischen beteiligten Muskeln und dem Blasenschließmuskel gestört ist. Dadurch kann es zu einer Bildung von Restharn kommen, da die Blase nicht vollständig entleert werden kann. Hinzu kommt, dass bei neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose eine Harninkontinenz entstehen kann, weil die Blasenmuskulatur zu geschwächt ist, um den Urin noch halten zu können.3

 

 

 

Hinweis:

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Leiden Sie unter einer neurologischen Erkrankung in Kombination mit einer Inkontinenz, sollten Sie hierzu Ihren Arzt befragen und sich eingehend beraten lassen.

 

 


1 http://www.alzheimerinfo.de/aktuelles/monatsspecial/archiv/ms_06_2008/schweigen/

2 http://www.parkinson-spektrum.de/ps_1997-3/ps_Blasenentleerung.htm

3 http://www.aktiv-mit-ms.de/multiple-sklerose/ms-symptome/detail/artikel/koerperliche-symptome-mit-enormer-psychischer-belastung/