Ursachen für Inkontinenz in der Schwangerschaft

Harninkontinenz SchwangerschaftInkontinenz in der Schwangerschaft ist ein weit verbreitetes Problem. Ca. 40 Prozent der Schwangeren leiden vor allem im letzten Drittel dieser Lebensphase unter Symptomen der Belastungs-/ Stressinkontinenz, etwa 15 Prozent sind nach einer vaginalen Geburt nicht mehr vollständig kontinent. Die Ursachen dafür sind in der Regel auf eine verminderte Beckenbodenmuskulatur zurückzuführen. Das Gewicht und die zunehmende Größe des Kindes dehnen die Beckenbodenmuskeln, was sich wiederum auf die Schließmuskeln der Blase auswirken kann. Besteht die Inkontinenz während der Schwangerschaft, bessern sich die Beschwerden in der Regel nach der Geburt wieder. Es ist aber auch möglich, dass die Inkontinenz nicht in der Schwangerschaft, sondern erst nach der Geburt festgestellt wird – in diesem Falle liegt der Grund wahrscheinlich in der übermäßigen Dehnung der Beckenmuskeln während der Geburt. Dieses Krankheitsbild nennt sich postpartale Harninkontinenz, verschwindet aber auch normalerweise innerhalb der weiteren 12 Monate.

 

Vorbeugung von Inkontinenz in der Schwangerschaft

Es gibt gute Möglichkeiten, dem unkontrollierten Harnabgang in der Schwangerschaft vorzubeugen. Zunächst ist es wichtig, vollkommen auf das Rauchen zu verzichten – nicht nur, um gegen eine Inkontinenz zu steuern. Ist die Schwangerschaft geplant, sollte auch vor einer möglichen Befruchtung auf den Nikotinkonsum verzichtet werden. Ebenso ist es sinnvoll, bereits vor der Schwangerschaft mögliche Gewichtsprobleme zu behandeln. Sowohl zu viel als auch zu wenig Gewicht können eine Inkontinenz in der Schwangerschaft begünstigen. Schwangere sollten das Pressen beim Stuhlgang möglichst vermeiden, damit der Beckenbodenmuskel nicht bereits zuvor zu stark gedehnt wird. Dies kann beispielsweise durch eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung gewährleistet werden, welche die Verdauung anregt und das auf die Toilette gehen erleichtert.

 

Ein besonders wichtiger Schritt, um der Inkontinenz vorzubeugen, ist das Beckenbodentraining schon vor der Geburt.

Um einer Inkontinenz nach der Geburt vorzubeugen, können perineale Wärmepackungen eingesetzt werden. Und auch das Tragen von Vaginalkonen bereits während der Schwangerschaft kann eine vorbeugende Wirkung auf eine mögliche Harninkontinenz haben.

 

Behandlung von Inkontinenz in der Schwangerschaft

Die beste Maßnahme, um die Inkontinenz in der Schwangerschaft zu behandeln, ist Beckenbodentraining. Hierzu kann eine Hebamme oder der Gynäkologe befragt werden. Wichtig ist, sich zuvor die Übungen von einem Fachmann zeigen zu lassen, damit auch wirklich der gewünschte Erfolg eintritt. Idealerweise wird das Beckenbodentraining bereits vor der Schwangerschaft begonnen, spätestens aber während der Schwangerschaft, damit sich die Muskeln noch ausreichend stärken können. Das Training sollte auch in der Zeit nach der Geburt fortgeführt werden, damit es nicht nachträglich noch zu einer Inkontinenz nach der Schwangerschaft kommen kann.

Da sich die Beschwerden in den meisten Fällen spätestens einige Zeit nach der Geburt wieder bessern, muss während der Schwangerschaft keine langfristige Therapiemaßnahme ergriffen werden. Es genügen dementsprechende Hilfsmittel, damit der abgehende Urin aufgefangen werden kann. Mögliche Maßnahmen sind beispielsweise das Nutzen von Einweg-Slips, saugfähigen Einlagen, Pessaren oder Vaginaltampons. Je nachdem, wie viel Urin abgeht, kann der Arzt hier eine Empfehlung abgeben. Wichtig ist jedoch, dass die Betroffene auch tatsächlich mit dem Arzt über ihre Beschwerden spricht – Viele Frauen schämen sich aufgrund ihrer Symptome. Jeder Gynäkologe hat jedoch schon viele Fälle von Inkontinenz in der Schwangerschaft erlebt, sodass es keinen Grund gibt, diese Probleme zu verschweigen. Mit seiner Hilfe können die passenden Übungen und Hilfsmittel ausgewählt werden, damit der scheinbar unkontrollierbare Harnabgang problemlos behandelbar ist.1, 2

 

Hinweis:
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Sie also in der Schwangerschaft unter Inkontinenz leiden, sollten Sie das unbedingt mit ihrem behandelnden Gynäkologen besprechen. Dieser wird mit Ihnen einen auf sie abgestimmten Therapieweg besprechen.

 

1 http://www.apotheken-umschau.de/Harninkontinenz/Harninkontinenz-Therapie-11598_5.html

2 http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/urologischekrankheiten/harninkontinenz/article/842114/waehrend-schwangerschaft-laesst-inkontinenz-verhindern.html