Wie entsteht eine Inkontinenz nach einer Operation?

inkontinenz nach operationNicht selten kann eine Inkontinenz nach einer Operation entstehen, die im Bereich des Beckenbodens oder der umliegenden Nerven Spuren hinterlassen hat. Nach einer Operation sind verschiedene Komplikationen möglich, die Blasenbeschwerden begünstigen können. Unterschiedliche Komplikationen bei einer Operation können auch verschiedene Formen der Inkontinenz mit sich bringen, wie im Folgenden beleuchtet wird:

 

Die Belastungsinkontinenz entsteht unter anderem dann, wenn die Muskeln des Beckenbodens geschwächt sind. Eine Operation im Bereich des Beckenbodens kann eine solche Schwächung herbeiführen. Die Muskeln werden zu stark gedehnt oder es kommt zu Schädigungen der Muskeln und Nerven durch Verletzungen, die bei der Operation entstanden sind. Dadurch ist es möglich, dass der Blasenschließmuskel nicht mehr seine gewohnte Funktion erfüllen kann. Es kommt bei der Belastungsinkontinenz zu unfreiwilligem Urinverlust, wenn durch körperliche Anstrengungen Druck auf den Unterbauch ausgeübt wird.

 

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Die Dranginkontinenz sorgt dafür, dass auch bei nur geringer Blasenfüllung falsche Signale an das Gehirn übermittelt werden, die einen unnötigen Harndrang auslösen. Das Gefühl, zur Toilette zu müssen, entsteht oft plötzlich und unerwartet, oftmals kann der Patient nicht mehr rechtzeitig handeln und es kommt zu Inkontinenz. Nach einer Operation können Nerven geschädigt oder gereizt werden, die zu einer solch irrtümlichen Signalübertragung führen. Reizungen nach der Operation sollten jedoch nach einigen Tagen nachlassen, wenn dies nicht der Fall ist, sollte der behandelnde Arzt dazu befragt werden, um sicher zu gehen, dass die temporäre Inkontinenz keine Folge einer missglückten OP ist.

 

Die Überlaufinkontinenz kann ebenfalls nach Operationen und chirurgische Eingriffe entstehen. Auch hier können Nervenschädigungen die Ursache sein. Im Falle der Überlaufinkontinenz können die Nerven in der Blase dem Gehirn nur noch unzureichend oder gar nicht den Füllstand der Blase übermitteln. Der Harndrang entsteht so nicht mehr rechtzeitig, sodass die Blase so stark gefüllt wird, dass sie letztendlich überdehnt. Je stärker die Blasenmuskeln gedehnt werden desto unzureichender kann der Blasenschließmuskel den Urin noch willentlich halten. So geht entweder nur tröpfchenweise, später auch in größerer Menge Urin ab.

 

Auch eine extraurethrale Inkontinenz kann durch Operation begünstigt werden. Dabei bilden sich sogenannte Fisteln, die unnatürliche Verbindungsgänge zwischen Blase und anderen Körperöffnungen bilden. Dadurch fließt der Urin nicht wie gewohnt durch die Harnleiter, sondern durch die Fisteln ab, sodass auch Urin aus der Scheide oder aus dem Darmausgang fließen kann. Nach Operationen können solche Fisteln und somit einer Inkontinenz entstehen, wenn beispielsweise durch den Eingriff Gewebewände durchtrennt werden.

 

Behandlung von Inkontinenz nach einer Operation

Auch andere Formen der Inkontinenz können nach Operationen entstehen. In vielen Fällen ist es aber möglich, die Inkontinenz nachträglich zu behandeln. Einige Medikamente können dazu beitragen, dass die Nerven rund um die Blase wieder aktiviert werden oder dass der Blasenschließmuskel entlastet wird.

Beckenbodentraining kann bei einer geschwächten Beckenbodenmuskulatur helfen, das willentliche Wasserlassen wieder zu erlernen. Hierbei kann auch der Einsatz von Elektrostimulation mit Hilfe spezieller Beckenbodentrainer helfen. Fisteln können operativ entfernt werden. Auch, wenn die Harnröhre durch Verletzungen durch Narbengewebe behindert wird und so der Urin nicht mehr vollständig ablaufen kann, kann dies durch einen erneuten operativen Eingriff behoben werden. Hier empfehlen sich jedoch minimalinvasive Eingriffe, damit nicht weiteres Narbengewebe entsteht.


Sobald nach einer Operation Symptome für eine Inkontinenz auftreten, sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden, damit die Ursachen so schnell wie möglich behoben werden können. Viele Formen der Harninkontinenz verschlimmern sich, je länger sie unbehandelt bleiben.1

 

 


Hinweis:
Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Sind Sie von Inkontinenz nach einer Operation betroffen, sollten Sie mit den zuständigen Arzt sprechen und gemeinsam mögliche Wege der Therapie erarbeiten.

 

 

1 http://www.apotheken-umschau.de/Harninkontinenz/Harninkontinenz-Ursachen-11598_3.html