Inkontinenz im Alter – Ein heikles Thema

Inkontinenz im AlterGrundsätzlich kann eine schwache Blase jeden treffen – Im Alter ist Inkontinenz jedoch besonders häufig vertreten. Besonders ab dem 50. Lebensjahr steigt die Wahrscheinlichkeit für Inkontinenz statistisch betrachtet stark an. Meist handelt es sich hierbei um die sogenannte Belastungsinkontinenz. Symptom hierfür ist vor allem die nach und nach wachsende Unkontrollierbarkeit der Blase, sodass bei einer Erhöhung des Drucks im Bauchraum (zum Beispiel beim Husten, Niesen, Lachen, Treppensteigen…) ungewollt Harn abgeht. Auch Symptome einer Dranginkontinenz treten auf, wobei häufig so starker und plötzlicher Harndrang entsteht, dass eine Toilette nicht mehr rechtzeitig aufgesucht werden kann.

 

Hierfür liegen verschiedene Ursachen vor, die mit körperlichen und anatomischen Veränderungen einhergehen, die im Alter nur schwer zu vermeiden sind. Jedoch ist es besonders für ältere Menschen schwierig, über ihre Inkontinenz zu sprechen. Oftmals versuchen die Betroffenen, den unwillkürlichen Urinverlust zu vertuschen. Dabei werden häufig ungünstige Methoden angewandt – Die Patienten trinken weniger, um den Harnverlust so gering wie möglich zu halten, sie benutzen entweder keine oder unpassende Einlagen oder ziehen sich gar aus dem sozialen Leben zurück, wenn der Harnverlust nicht mehr zu kontrollieren ist.

Wichtig zu wissen ist aber, dass auch Inkontinenz im Alter durchaus zu behandeln ist und es einige Möglichkeiten gibt, die Beschwerden zu lindern. Darüber hinaus kann ein klärendes Gespräch mit dem Arzt helfen, die geeigneten Mittel zu finden, die den Umgang mit der Inkontinenz im Alter erleichtern.

 

Die Ursachen von Inkontinenz im Alter

Inkontinenz im Alter ist oftmals die Folge von Veränderungen, die durch den Alterungsprozess begünstigt werden. Die Strukturen des Blasenmuskels können sich verändern, es können Störungen in der neurogenen Steuerung auftreten oder die anatomischen Bedingungen des Harntrakts verändern sich mit der Zeit. Hinzu kommt, dass die Beckenbodenmuskulatur häufig an Elastizität und dadurch auch der äußere Blasenschließmuskel an Kraft verlieren kann, sodass das willentliche Zurückhalten von Urin erschwert wird.

 

Im Alter nehmen zudem die Risikofaktoren für Inkontinenz zu. Krankheiten wie Diabetes mellitus, Morbus Parkinson oder dementiellen Erkrankungen, die eine Inkontinenz begünstigen können, treten im Alter häufiger auf, als in jungen Jahren. Zusätzliche Risikofaktoren können aber auch Übergewicht oder jahrelanges Rauchen mit einhergehendem chronischen Husten sein, ebenso können auch bestimmte Medikamente Auswirkungen auf die Blase haben.

 

Inkontinenz im Alter behandeln

Je nachdem, ob eine Drang-, Belastungs- oder Mischinkontinenz vorliegt, stehen unterschiedliche Behandlungsmethoden zur Verfügung. Als hilfreich erwiesen hat sich vor allem bei der Belastungsinkontinenz das regelmäßige Durchführen von Übungen zum Beckenbodentraining. Auch gezieltes, vom Arzt angeleitetes Blasentraining kann die Beschwerden lindern. In Abhängigkeit von Mobilität und Verfassung des Patienten werden auch häufig Medikamente eingesetzt. In einigen Fällen ist eine Operation die wirksamste Maßnahme.

 

Um Patienten mit Inkontinenz im Alter das Leben zu erleichtern, stehen zudem einige Hilfsmittel zur Verfügung. Dazu gehören Einlagen, Pants, spezielle Bettauflagen oder auch Einmal- und Dauerkatheter.

 

Angehörige von Betroffenen sollten das Thema Inkontinenz im Alter mit genügend Einfühlungsvermögen betrachten und behandeln. Eventuell kann den Patienten ermöglicht werden, in einer Selbsthilfegruppe mit anderen Betroffenen zu sprechen. Je offener und natürlicher die Patienten mit der Erkrankung umgehen können, desto höher ist auch die Lebensqualität.1

 

Hinweis:
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Falls Sie Probleme mit Inkontinenz im Alter haben, sollten Sie einen Facharzt aufsuchen und sich eingehend beraten lassen.

 


1 http://www.aerzteblatt.de/archiv/77668/Harninkontinenz-im-Alter-Teil-3-der-Serie-Inkontinenz