Chronischer Husten verursacht Inkontinenz

chronischer husten inkontinenzChronischer Husten kann einer der Auslöser für Inkontinenz sein. Chronischer Husten an sich kann dabei verschiedene Auslöser haben. Grundsätzlich ist Husten eine Reaktion des Körpers auf Fremdkörper, Staub oder Schleim. Bei Infektionen sind die Schleimhäute, die die Lunge auskleiden, geschwächt, sodass sich vermehrt eine schleimige Substanz bildet, die zusammen mit den Erregern ausgehustet wird. Auch das Rauchen kann die Flimmerhärchen in der Lunge verkleben oder schädigen, sodass die natürlichen Reinigungsprozesse gestört sind und Husten nötig ist, um die Bronchien zu reinigen.

 

Chronischer Husten kann entweder dauerhaft oder immer wieder in bestimmten Situationen auftreten. Sport, eine Nahrungsmittelallergie, zu häufiges Rauchen oder auch ständige Überlastung der Stimmbänder kann zu chronischem Husten oder zu Husten in bestimmten Situationen führen. Zudem können Entzündungen, eine chronische Bronchitis, Tuberkulose, eine Herzinsuffizienz, Asthma oder der Reflux Gründe sein, dass chronischer Husten und in der Folge Inkontinenz auftreten. Hinzu kommen Krankheiten wie Mukoviszidose, Pseudokrupp, eine Herzmuskelentzündungen oder Keuchhusten. Wenn durch einen oder mehrere dieser Ursachen chronischer Husten entsteht, kann dies langfristig eine Inkontinenz mit sich bringen.

 

Warum begünstigt chronischer Husten Inkontinenz?

Chronischer Husten kann eine Inkontinenz auslösen, da durch das Husten eine Schwächung der Beckenbodenmuskeln hervorgerufen wird. Im Laufe der Zeit können sich so die Gebärmutter, die Scheide, der Mastdarm oder die Blase sowie die Harnröhre absenken, sodass sie in der Folge tiefer im Becken liegen.

Zudem wird der äußere Blasenschließmuskel geschwächt, der für das Steuern des Harnabgangs verantwortlich ist. Durch diese Faktoren kann es sein, dass dem Patienten auf Dauer nicht mehr möglich ist, die Blasen- und Harntätigkeit selbst zu kontrollieren – so führt chronischer Husten zu Inkontinenz. Besonders die Belastungsinkontinenz zeigt sich als Folge einer zu schwachen Beckenbodenmuskulatur.

 

Chronischer Husten: Inkontinenz behandeln

Grundsätzlich ist es zunächst einmal wichtig, dass chronischer Husten ursächlich behandelt wird, damit die Inkontinenz abgewendet werden kann. Allerdings ist es möglich, dass bis zu diesem Zeitpunkt die Muskulatur des Beckenbodens bereits so schwach ist, dass auch die Behandlung des Hustens keine Linderung bringt und die Inkontinenz bestehen bleibt. Die wichtigste Maßnahme hierbei ist eine nachträgliche Stärkung der Muskeln durch gezieltes Beckenbodentraining. Die entsprechenden Übungen kann ein Arzt, Physiotherapeut oder Krankengymnast vermitteln. Regelmäßig durchgeführt können diese Übungen dazu führen, dass die Patientin dauerhaft wieder in der Lage ist, den Harnabgang zu kontrollieren. Eine Stärkung des Beckenbodens ist auch durch Elektrostimulation möglich.

 

Damit sicher ist, dass chronischer Husten tatsächlich die Inkontinenz hervorgerufen hat und nicht andere, weitere Auslöser vorliegen, sind eine ausführliche Anamnese und differenzierte Diagnose jedoch sehr von Bedeutung. Je nachdem, wo die tatsächlichen Ursachen für die Inkontinenz liegen, können auch andere Maßnahmen wie etwa Medikamente oder, in seltenen Fällen, eine Operation Abhilfe schaffen. Auch einige homöopathische Mittel und andere alternativmedizinische Ansätze können Patienten mit einer Harninkontinenz helfen.1, 2

 

Hinweis:
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Leiden Sie unter chronischem Husten in Zusammenhang mit einer Inkontinenz, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und sich eingehend beraten lassen.

 

1http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_news_652_1_1146_chronischer-husten-schw-cht-den-beckenboden.html

2 http://www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/linkrankheit/show.php3?p=1&id=5&nodeid=22