Toilettentraining als Hilfe bei Dranginkontinenz

toilettentrainingDas Toilettentraining kann vor allem bei der Dranginkontinenz eine wirksame Hilfe darstellen. Patienten mit Dranginkontinenz haben sich oftmals ein ungünstiges Verhalten in Bezug auf die Blasenentleerung antrainiert, denn sie gehen aufgrund der überaktiven Blase vorsorglich besonders häufig auf die Toilette. Bei der Dranginkontinenz senden die Nerven in der Blase bereits das Signal zur Entleerung an das Gehirn, wenn die Blase noch kaum gefüllt ist.

Toilettentraining kann eingesetzt werden, um die Blase wieder daran zu gewöhnen, einen höheren Füllstand aufzunehmen. Bei vielen Patienten mit Dranginkontinenz zeigt diese Maßnahme große Erfolge.

 

Wie funktioniert das Toilettentraining bei Dranginkontinenz?

Das Toilettentraining sollte niemals ohne ärztliche Anleitung geschehen, da hier die Blase noch weiterhin strapaziert werden kann und sich so die Beschwerden verschlimmern könnten. Der Arzt wird zunächst ein Miktionsprotokoll anlegen, bei dem der Patient die genaue Uhrzeit des Harndrangs und des Wasserlassens, die Trinkmenge, die Art der Flüssigkeit und die Menge des ausgeschiedenen Urins in eine Tabelle einträgt.

Aus einem solchen Protokoll wird ersichtlich, zu welchen Tages- und Nachtzeiten beispielsweise besonders viel oder nur wenig Harndrang vorhanden ist. Auch wird eingetragen, ob der Urinabgang kontrolliert oder unkontrolliert stattgefunden hat.

Je nach Schweregrad der Beschwerden bekommen nun die Patienten vom Arzt einen Zeitplan, auf dem vermerkt ist, wann die Toilette aufgesucht werden soll und wann wie viel getrunken wird. Dies geschieht zunächst unabhängig vom tatsächlichen Harndrang. Die Zeiten werden so gelegt, das vor allem dem unkontrollierten Harndrang durch vorheriges Wasserlassen vorgebeugt wird.

 

Erfolg des Toilettentrainings

Der Erfolg des Toilettentrainings stellt sich in der Regel relativ schnell ein. Gelingt es mit dem ursprünglichen Plan, kontinent zu bleiben, wird die Zeitspanne zwischen den Toilettengängen nach und nach erhöht. So gewöhnt sich die Blase nach und nach an die Entleerungszeiten und ein unkontrollierter Abgang von Urin wird verhindert.
Geeignet ist das Toilettentraining vor allem für mobile Patienten, die nach wie vor alleine zur Toilette gehen können und auch motiviert sind, selbst etwas für die Rückerlangung der Kontinenz zu tun.

Es ist für das Toilettentraining ein hohes Maß an Disziplin erforderlich, außerdem sollte dem Patienten zu den geplanten Uhrzeiten immer eine Toilette zur Verfügung stehen.
Bei gesundheitlich schwachen Patienten kann die Umsetzung des Toilettentrainings problematisch werden. Hier ist vor allem nachts zu bedenken, ob ein ungestörter Schlaf oder die Kontinenz wichtiger sind. In einem solchen Fall muss der behandelnde Arzt das Für und Wider abwägen und eine individuelle Therapiemaßnahme mit Hinblick auf ein Toilettentraining für den Patienten erarbeiten.


Bei demenzkranken Patienten oder im Bereich des Betreuten Wohnens/ von Pflegeheimen ist das Toilettentraining aufgrund von fehlenden personellen Ressourcen oft schwer durchzuführen. Die einzelnen Patienten müssen nämlich zeitlich genau an die Entleerung der Blase erinnert werden, wobei dies nicht bei jedem Patienten möglich ist, da sich nicht jede/-r zum Urinieren „überreden“ lassen will, obwohl sie oder er noch keinen Harndrang verspürt. Hier ist von Seiten den Pflegekräfte oder der betreuenden Familienmitglieder viel Geduld und Einfühlungsvermögen gefordert.

 

 

 

Hinweis:
Dieser Artikel zum Thema Toilettentraining ersetzt keine ärztliche Beratung. Sind Sie von Inkontinenz betroffen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und mit diesem gemeinsam eine angemessene Therapie erarbeiten.

 

 

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