Was ist TENS bei Inkontinenz?

Inkontinenz wird heute häufig mit TENS, kurz für die transkutane elektrische Nervenstimulation, behandelt. Dies bezeichnet das Stimulieren der Nervenenden mit Reizstrom. Es basiert auf der Erkenntnis, dass die Muskeln auch innerhalb des Körpers permanent auf kleine, elektrische Signale reagieren, denn ohne diese Reize käme keine Muskelreaktion zustande. Die TENS geschieht mit Hilfe eines kleinen, elektrischen Geräts.

Zu der TENS gehört auch die EMS, die elektrische Muskelstimulation, die vor allem bei Inkontinenz eingesetzt wird. Sind die Muskeln des äußeren Blasenschließmuskels geschwächt, kann dieser den Urin nicht mehr ausreichend halten. Es kommt zu unfreiwilligem Urinverlust und somit zur Inkontinenz.

Die EMS/TENS sorgt dafür, dass die geschwächten Muskeln wieder trainiert werden. Es werden durch die elektrischen Impulse alle inneren und äußeren Muskelfasern angeregt, sodass dies die ideale Unterstützung zum Beckenbodentraining darstellen kann.

Die EMS/TENS bei Inkontinenz geschieht über eine Sonde, die in die Scheide oder rektal eingeführt wird. Aber auch von außen, mit Hilfe spezieller Elektroden-Pads kann TENS angewendet werden. Hierfür werden die Elektroden entweder auf dem Rücken in Höhe der Nieren oder aber auf dem Bauch in der Nähe der Blase angebracht. Derartige Formen von TENS werden nicht nur bei Inkontinenz, sondern übrigens auch bei starken Menstruationsbeschwerden erfolgreich eingesetzt.

 

Wie wird die TENS bei Inkontinenz angewendet?

Nach der ersten Inkontinenz Beratung beim Arzt wird die Sonde für die TENS bei Inkontinenz je nach Krankheitsbild vaginal oder rektal eingeführt. Wahlweise kann hier ein Kontaktgel benutzt werden. Zunächst sollten die elektrischen Reize noch gering sein, aber mit Hilfe des Arztes wird die Stimulation im Laufe der Zeit verstärkt, damit ein effektives Training geschehen kann.

Die Muskeln werden besser durchblutet und die Muskeln der Beckenbodenmuskulatur werden gestärkt. Wichtig dafür ist, dass die betreffenden Muskeln während der Anwendung angespannt sind. Daher muss der Patient zunächst lernen, den Beckenboden bewusst zu aktivieren. Das kann mit Hilfe eines Physiotherapeuten, einer Hebamme, eines Krankengymnasten oder anderen Facharzt geschehen. Dieser kann zusätzlich zur TENS bei Inkontinenz auch weitere Übungen zeigen, die zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur und somit des äußeren Blasenschließmuskels führen.

 

Für wen ist TENS bei Inkontinenz geeignet?

Besonders ist die TENS bei Belastungs- und Dranginkontinenz geeignet. Bei der Belastungsinkontinenz liegt die Ursache oftmals in einem geschwächten Beckenboden, der mit Hilfe von TENS wieder gestärkt werden kann. Bei der Dranginkontinenz wird die Aktivität der Nerven wieder in ein gesundes Gleichgewicht gebracht. Die Überaktivität der betreffenden Muskeln wird herabgesetzt, sodass es zu einer Reduktion der Beschwerden der Inkontinenz kommen kann.1

 

 


Hinweis:
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Interessieren Sie sich für die TENS bei Inkontinenz, sollten Sie einen Facharzt aufsuchen und sich beraten lassen.

 

 

1http://www.selbsthilfeverband-inkontinenz.org/svi_suite/svisuite/hilfsmittel-sonstige.php