Blasentraining bei Inkontinenz

blasentrainingBlasentraining gehört zu den Formen der Verhaltenstherapie bei Inkontinenz. Viele Patienten neigen dazu, aufgrund ihrer Inkontinenz besonders häufig und in sehr kurzen Abständen die Toilette aufzusuchen, was vor allem die Symptome der Dranginkontinenz meist verschlimmert. Die Blase gewöhnt sich mehr oder weniger an das häufige Wasserlassen, sodass letztlich auch das Gehirn schneller als nötig das Signal für Harndrang an das Organ sendet. Das kann zu einer starken Beeinträchtigung der Lebensqualität führen.

 

Das Blasentraining soll solchen Verhaltensweisen entgegenwirken und langfristig die Zeitspannen zwischen den Toilettengängen wieder erhöhen. Der Unterschied zum Toilettentraining liegt hierbei in der Herangehensweise: Beim Toilettentraining wird der Patient angehalten, bereits vor dem Harndrang die Toilette aufzusuchen. Beim Blasentraining wird statt dessen der Harndrang unterdrückt, sodass das Organ wieder zu seiner ursprünglichen Aufgabe zurückfindet. Wann welche Therapieform am besten angewendet wird, muss ein Arzt individuell entscheiden.

 

Wie funktioniert das Blasentraining?

Der erste Schritt beim Blasentraining ist das Miktionsprotokoll. Hierbei füllt der Patienten über mindestens zwei Tage, meist etwa für eine Woche lang, ein Protokoll aus, in dem er verschiedene Aspekte dokumentiert. Es wird aufgelistet, wann wie viel getrunken wurde, wann Harndrang bestand, wann die Toilette aufgesucht wurde und wann es zu unkontrolliertem Harnverlust kam. Unter Anleitung des Arztes werden nun die Intervalle Schritt für Schritt verlängert. Das heißt, wenn Harndrang auftritt, versucht der Patient im ersten Schritt, den Toilettengang um etwa zehn Minuten hinaus zu zögern.

Im Laufe der Zeit sollen diese Intervalle immer länger werden. Die Blase gewöhnt sich so an die längeren Abstände und im Idealfall entsteht dadurch auch der Harndrang erst später. Die Blasenkapazität wird durch das Blasentraining gesteigert, der Patient erlangt wieder mehr Kontrolle über seinen Körper und im besten Falle kann so wieder der Zustand der Kontinenz erreicht werden. Schädlich ist das Unterdrücken des Harndrangs nicht, solange nach Anleitung des Arztes vorgegangen wird. Die Muskeln der Blase sind in der Lage, sich vielfach zu dehnen und Urin zu speichern.

 

Wann ist ein Blasentraining angebracht?

Blasentraining ist vor allem bei Patienten mit Dranginkontinenz eine Option. Wichtig dabei ist jedoch das bewusste Mitwirken des Patienten, wodurch beispielsweise immobile oder demente Betroffene nicht für das Training geeignet sind. Ohne ausreichend Disziplin hat das Blasentraining keinen Erfolg. Generell wird die Wirksamkeit des Blasentrainings oft kritisch hinterfragt, da die Erfolge sich oftmals erst nach mehreren Monaten oder auch gar nicht einstellen.1

 

 

Hinweis:

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Leiden Sie an Inkontinenz und wollen diese gerne mit einem Blasentraining behandeln, sollten Sie hierzu in einem ersten Schritt Ihren zuständigen Arzt befragen.

 

 


1 http://www.pqsg.de/seiten/openpqsg/hintergrund-standard-blasentraining.htm