Einsatz des Beckenbodentrainers

 

beckenbodentrainerEin Beckenbodentrainer wird eingesetzt, um die Muskulatur des Beckenbodens zu stärken. Ein zu schwacher Beckenboden ist eine der Hauptursachen der Belastungsinkontinenz, denn die Muskeln des Beckenbodens hängen unmittelbar mit der Muskulatur des äußeren Blasenschließmuskels zusammen. Dieser wird benötigt, um den Harnabgang willentlich zu steuern. Ist dies nicht mehr möglich, kommt es bei Druck auf den Unterbauch zu unwillkürlichem Urinverlust, der sich zu einer chronischen Harninkontinenz entwickeln kann. Es gibt spezielle Übungen, die zum Trainieren des Beckenbodens absolviert werden können, aber auch ein Beckenbodentrainer ist ein wirksame Hilfe, die Betroffenen den Alltag etwas erleichtern kann.

 

Varianten des Beckenbodentrainers

Es gibt unterschiedliche Modelle des Beckenbodentrainers.

Eine Variante ist die Beckenbodenstimulation mit Hilfe von elektrischen Impulsen. Mit Hilfe einer Sonde werden Elektroden in die Scheide eingeführt. Durch die dort freigesetzten elektrischen Impulse kommt es zu einer Kontraktion der Muskeln. Regelmäßig durchgeführt kann so der Beckenbodenmuskel wieder gestärkt werden. Die Elektroden können alternativ auch in den After eingeführt oder nur oberflächlich auf Rücken und Bauch angebracht werden. Welche Methode hier die Sinnvollste ist, wird der Arzt entscheiden.


Eine andere Form des Beckenbodentrainers funktioniert über eine sanfte Vibration, die die Muskulatur des Beckenbodens ebenfalls stimulieren und stärken soll, indem eine Sonde vaginal eingeführt wird.


Wiederrum andere Beckenbodentrainer funktionieren über ihr Gewicht, man spricht hier von den sogenannten Vaginalgewichten. Diese werden in die Scheide eingeführt und trainieren den Beckenboden, indem die Muskulatur damit beschäftigt ist, ein Herausfallen der Gewichte zu verhindern. Gerade nach einer Schwangerschaft ist die Anwendung solcher Trainer sinnvoll. Diese Hilfsmittel gegen Inkontinenz werden auch oft als Vaginalkonen bezeichnet.


Daneben gibt es auch größere Geräte zum Trainieren des Beckenbodens, die an einen Heimtrainer erinnern. Manche Fitnessstudios verfügen heute über solche Beckenbodenmaschinen und das Personal kann dem Patienten zeigen, wie der Beckenboden während der Anwendung bewusst angespannt und entspannt und somit wieder gekräftigt wird.

 

Wie wird der Beckenbodentrainer verwendet?

Beckenbodentrainer sollten nie ohne ärztliche Anleitung verwendet werden. Eines der größten Probleme ist, die Muskeln im Beckenboden bewusst zu spüren, da diese im Alltag nur selten genutzt werden und deshalb auch oftmals verkümmern. Daher muss ein erfahrener Arzt, Physiotherapeut, eine Hebamme oder anderweitig geschultes Personal dem Patienten zunächst ein Gefühl für den Beckenboden vermitteln.


Der Beckenbodentrainer, der in Form einer Sonde eingeführt wird, kann nach anfänglichem Training mit einem Fachmann letztlich zuhause angewendet werden. Wichtig dabei ist eine konsequente, tägliche Verwendung, damit die Muskeln so schnell wie möglich gestärkt werden. Bereits nach einigen Wochen der Anwendung des Beckenbodentrainers sind oft Verbesserungen der Inkontinenz Beschwerden möglich, spätestens nach drei Monaten sollte die Methode echte Wirksamkeit zeigen.1

 

 

Hinweis:
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Sind Sie von Inkontinenz betroffen und daher auf der Suche nach dem Beckenbodentrainer, welcher zu Ihrem Leiden passt, sollten Sie das mit Ihrem Arzt besprechen und sich von diesem eingehend beraten lassen. 

 

 

http://www.selbsthilfeverband-inkontinenz.org/svi_suite/svisuite/harninkontinenz-biofeedback-elektrostimulation.php