Das Valsalva Manöver bei Inkontinenz

vasalva methodeDas Valsalva Manöver, auch als Valsalva Versuch bekannt, beschreibt eine Technik, die zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt wird. Bekannt ist das Valsalva Manöver bei vielen Menschen, um einen Druckausgleich zu erreichen, beispielsweise beim Fliegen mit dem Flugzeug, beim Tauchen oder bei erkältungsbedingtem Druck auf den Ohren. Mund und Nase werden fest verschlossen (evtl. mit Hilfe des „Nase Zuhaltens“) und die Atem- und Bauchmuskulatur werden angespannt, als würde man versuchen, trotzdem stark durch die Nase auszuatmen. Dadurch entstehen verschiedene Effekte.

Zunächst wird ein Druckausgleich zwischen Nasen-Rachen-Raum und Mittelohr herbeigeführt. Ebenso kann das Valsalva Manöver bei Untersuchungen der Beinvenen angewendet werden, da sich die Beinvenen so kurzzeitig erweitern, sodass der Blutfluss erst reduziert und beim Beenden des Versuchs stark beschleunigt wird. Auch Patienten mit Herzrasen können das Valsalva Manöver zur Beruhigung des Herzschlages selbst nutzen.

 

Daneben ist das Valsalva Manöver geeignet, um bei einer neurologisch bedingten Harninkontinenz gezielt eine Blasenentleerung herbei zu führen. Dazu gehört auch das Credé-Manöver, das oftmals mit dem Valsalva Manöver gleichgesetzt wird, jedoch im Unterschied dazu beinhaltet, dass mit den Händen Druck auf den Bauchraum ausgeübt wird, um die Blase zu entleeren.

 

Die Triggermethode bei Inkontinenz

Patienten, die durch Störungen der Nervenbahnen keine bewusste Blasenentleerung mehr herbeiführen können, können neben dem Valsalva Manöver auch die Triggermethode anwenden, um gezielt Wasser zu lassen. Die Triggermethode ist auch als „Klopfmethode“ bekannt, da durch Klopfen auf Reflexzonen auf dem Unterbauch die Nerven in der Blase gereizt werden und es so zum Ablassen von Urin kommt. Durch das Triggern werden Kontraktionen in den Muskeln der Blase ausgelöst. Diese Methode wird besonders bei gelähmten Patienten angewendet, die keinerlei Möglichkeit mehr haben, selbst Maßnahmen zur Blasenentleerung zu ergreifen.

 

Vor- und Nachteile des Valsalva Manövers/ der Triggermethode

Das Valsalva Manöver ist in Bezug auf Inkontinenz umstritten, da die Methode auch einige Nachteile mit sich bringt. Zwar haben Patienten die Möglichkeit, auf diese Weise einen bewussten Harnabgang herbeizuführen. Andererseits verbleibt durch das Valsalva Manöver jedoch auch Restharn in der Blase, der zu Komplikationen führen kann. Hinzu kommt, dass immer wiederkehrender Druck auf die Blase die Schließmuskel schädigt und letztlich die Harninkontinenz noch verstärken kann.


Die Triggermethode birgt letztlich keine Nachteile, da sie lediglich Patienten mit gestörten Nervenbahnen ermöglichen, mit Hilfe des Klopfens eine Blasenentleerung herbeizuführen.1

 

 


Hinweis:
Dieser Artikel dient lediglich der Information und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Sind Sie also von Inkontinenz betroffen und interessieren sich für das Valsalva Manöver sollten Sie vor der Anwendung unbedingt einen Arzt konsultieren.

 

 

http://www.phadimed.de/phad_hc/inhalt/patienten_ps_inko_1.htm#Manchen%20Patienten