Was ist ein Miktionsprotokoll?

MiktionsprotokollEin Miktionsprotokoll oder auch Trinkprotokoll dient dazu, verschiedene Aspekte rund um die Entleerung der Blase zu dokumentieren. In der Regel ist ein Miktionsprotokoll vor allem bei vorliegender Harninkontinenz Teil der Diagnosefindung. Der Patient bekommt vom Arzt einen Vordruck, in dem in die entsprechenden Spalten die jeweiligen Daten eingetragen werden. Dabei wird sowohl die Flüssigkeitszufuhr in Millilitern angegeben sowie auch die ausgeschiedene Menge zusammen mit der zugehörigen Uhrzeit.

 

Der abgegangene Harn wird entweder ebenfalls in Millilitern oder auch in drei Stufen (Tropfen, mittlere Menge, große Menge) dokumentiert. Wichtig ist auch, ob der Patient zum Wasserlassen noch die Toilette aufsuchen konnte oder ob der Harn unkontrolliert abgegangen ist. Ebenfalls Teil des Miktionsprotokolls ist das Eintragen der Stärke des Harndrangs, der ebenfalls in drei Stufen aufgezeichnet werden kann. Besonders bei der Belastungsinkontinenz ist es hilfreich einzutragen, unter welchen Umständen der Harn abging, wie beispielsweise beim Husten, Lachen oder Niesen.

 

Wann wird ein Miktionsprotokoll angewendet?

Ein Miktionsprotokoll ist häufig Bestandteil einer beginnenden Harninkontinenz-Therapie. Sowohl dem Patienten als auch dem Arzt wird durch das Dokumentieren Aufschluss darüber gegeben, welche Form der Inkontinenz vorliegt. Auch kann deutlich werden, ob eventuell eine Verhaltensänderung bereits Abhilfe schaffen und die Inkontinenz vermindern kann.

Manche Patienten haben im Laufe der Zeit ihre Blase falsch „trainiert“ und gehen zu häufig oder zu selten auf die Toilette. Dadurch kann die Blase entweder ständig überdehnt oder auch übersensibilisiert werden, wodurch Störungen entstehen. Das sogenannte Blasentraining basiert in der Regel auf den Angaben des Protokolls.

 

Wie wird ein Miktionsprotokoll geführt?

Beim Führen des Miktionsprotokolls ist viel Disziplin erforderlich, denn in der Zeit der Dokumentation muss sehr auf Genauigkeit geachtet werden. In der Regel wird ein solches Protokoll mindestens für zwei Tage, häufig aber auch bis zu mehreren Wochen geführt.

 

Das Protokoll bekommt der Patient entweder vom Arzt selbst, alternativ kann auch ein solches Formular im Internet herunter geladen werden.1

 

Hinweis:
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Leiden Sie unter Harninkontinenz sollten Sie einen Facharzt aufsuchen und sich von diesem beraten lassen.

 


1 http://www.tena.de/glossar/miktionsprotokoll-/