Welche Medikamente werden bei Inkontinenz eingesetzt?

medikamente bei InkontinenzMedikamente können bei Inkontinenz eine wirksame Hilfe sein. Sie können dem Patienten wieder zu mehr Lebensqualität verhelfen und die Symptome mildern oder sogar beseitigen. Es ist jedoch von der Form der Inkontinenz abhängig, welche Medikamente der Arzt bei Inkontinenz-Beschwerden verschreibt.

Oftmals werden auch zunächst andere Therapieformen wie Beckenbodentraining oder eine Verhaltensänderung angesetzt, bevor letztendlich Medikamente verschrieben werden.

 

 

 

Medikamente bei der Belastungsinkontinenz

Medikamente bei Belastungsinkontinenz enthalten zumeist den Wirkstoff Duloxetin. Es ist in dem Mittel Yentreve® vorhanden, das ein gängiges Präparat im Bereich der Inkontinenz-Behandlung ist.

Duloxetin gehört zu den Serotonin/Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmern. Diese sorgen dafür, dass die Kraft des äußeren Blasenschließmuskels wieder zunimmt und demnach die Symptome der Belastungsinkontinenz verringert werden. Es kommt nicht mehr oder kaum noch zu unwillkürlichem Harnabgang bei Belastungen wie Niesen, Husten oder Lachen. In der Regel erfolgt die Einnahme zweimal am Tag, wobei die Dosis nach und nach von 20 auf 40 mg pro Tablette erhöht wird. Es kann in Folge von Duloxetin jedoch sehr häufig (1 von 10 Patienten) zu Nebenwirkungen wie Verstopfung, Müdigkeit, Übelkeit und Mundtrockenheit kommen.

 

Medikamente bei der Dranginkontinenz

Bei der Dranginkontinenz kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz, die jedoch alle zu den Anticholingenerika gehören. Dabei werden die Wirkstoffe Darifenacin (Präparat: Emselex®), Solifenacin (Präparat: Vesikur® ), Oxybutynin (Präparate: Dridase® , Lyrinel® ), Trospiumchlorid (Präparat: Spasmex® ) oder Tolterodin (Präparat: Detrusitol® ) eingesetzt.

Während sich die Inhaltsstoffe und die Verträglichkeit dieser Medikamente bei Inkontinenz unterscheiden, ist die Wirkung ähnlich einzustufen. Die Blasenmuskeln und der Harndrang werden geringer, sodass die Dranginkontinenz gut behandelt werden kann und die Überaktivität der Blase eingedämmt wird. Typische Nebenwirkungen sind auch hier Mundtrockenheit und Verstopfung, die in unterschiedlicher Ausprägung auftreten können.

 

Weitere Medikamente bei Inkontinenz

Medikamente bei Inkontinenz können auch eingesetzt werden, wenn die Symptome durch die Wechseljahre bedingt sind. Möglich ist hier eine Hormonersatztherapie, die in der Regel ein künstliches Östrogen enthalten. Dies ist besonders bei der Dranginkontinenz der Fall.

 

Manche Formen der Inkontinenz können nicht durch bestimmte Wirkstoffe behandelt werden, weil die Ursachen andere Maßnahmen erfordern. So kann beispielsweise die Überlaufinkontinenz oftmals nur durch eine Operation therapiert werden, wenn ein Hindernis die Harnleiter blockiert.

Bei der Reflexinkontinenz kommen in der Regel Einmal- oder Dauerkatheter zum Einsatz, die aber oftmals mit Medikamenten kombiniert werden, die bei der Dranginkontinenz verwendet werden, um die Blasenaktivität einzudämmen.1, 2

 


Hinweis:
Dieser Artikel dient lediglich der Information, ersetzt jedoch in keiner Form eine ärztliche Beratung. Leiden Sie unter einer Form der Inkontinenz sollten Sie sich von einem Facharzt beraten lassen. Dieser kann einschätzen ob und welche Medikamente bei Inkontinenz in Ihrem Fall wirksam sind.

 

 

 

1http://www.apotheken-umschau.de/do/extern/medfinder/medikament-arzneimittel-information-Yentreve-20mg-Magensaftresistente-Kapseln-A91780.html

2http://www.apotheken.de/gesundheit-heute-news/article/harninkontinenz/