Die Doppel- und Dreifachmiktion bei Inkontinenz

doppel und dreifachmiktionDie Doppel- und Dreifachmiktion beschreibt eine Technik, die bei Patienten mit Überlaufinkontinenz angewendet werden kann. Bei der Überlaufinkontinenz kommt es häufig zu einer Bildung von Restharn. Dies geschieht entweder, weil Störungen des Blasenabflusses, wie etwa durch ein Hindernis (Narbengewebe, Absenkung der Gebärmutter…) oder aber eine Unteraktivität des Blasenmuskels vorliegen. Bei einer Harnentleerungsstörung durch ein Hindernis kann die Blase nicht vollständig entleert werden, weil durch den gestörten Abfluss nicht die volle Menge des Urins entweichen kann.

Die Unteraktivität des Blasenmuskels kann dazu führen, dass nicht mehr ausreichend Reize an das Gehirn übermittelt werden, welche die „volle Blase“ signalisieren. Dadurch kommt es zu einer dauerhaften Überdehnung der Blase, die ohne Entleerung letztlich überläuft. Bei beiden Störungen der Überlaufinkontinenz kommt es somit zu einer Bildung von Restharn. Um diesem Phänomen vorzubeugen, kann die Doppel- und Dreifachmiktion verordnet werden. Hierbei gehen die Patienten in einem zeitlichen Abstand von ca. 15 Minuten zwei bis dreimal auf die Toilette. So soll die Restharnbildung vermieden und eine vollständige Blasenentleerung gewährleistet werden.

 

Warum die Doppel- und Dreifachmiktion?

Oftmals kommt es in Folge der Überlaufinkontinenz zu einer ständigen Restharnbildung, was auf Dauer zu Komplikationen, wie zum Beispiel Infektionen der unteren und auch oberen Harnwege, führen kann, weswegen die Doppel- und Dreifachmiktion durchgeführt wird. Die Blase kann nicht durchgespült werden, sodass sich an den Blaseninnenwänden leichter Bakterien festsetzen und auch besser vermehren können. So entstehen leichter Entzündungen und Harnwegsinfekte, aber auch Harnsteine werden durch die Restharnbildung begünstigt. Wird gegen den Restharn nicht beispielsweise in Form der Doppel- und Dreifachmiktion vorgegangen, können Infektionen bis zu den Nieren hinauf steigen. Chronische Nierenschädigungen bis hin zum Nierenversagen können die Folge sein. Patienten, die an einer Harnentleerungsstörung leiden, wird daher empfohlen, sich für den Toilettengang ausreichend Zeit zu nehmen und die Doppel- und Dreifachmiktion anzuwenden.

 

Für wen ist die Doppel- und Dreifachmiktion geeignet?

Durchgeführt wird die Doppel- und Dreifachmiktion bei Patienten, die noch mobil sind und die selbstständig etwas gegen die Bildung von Restharn unternehmen können. Für bettlägerige Patienten ist die Doppel- und Dreifachmiktion nicht geeignet. Sinn und Nutzen der Methode sind bislang jedoch umstritten, da noch keine aussagekräftigen Studienergebnisse vorliegen, die einen eindeutigen Vorteil der Doppel- und Dreifachmiktion belegen könnten.1

 


Hinweis:
Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Leiden Sie also an einer Harnentleerungsstörung und wollen diese Therapiemaßnahme anwenden, sollten Sie hierzu einen Arzt befragen und sich vor der Maßnahme eingehend beraten lassen.

 

 

1 Medizinische Universität Graz, Larissa Blasch, Bakkelaureatsarbeit: Inkontinenz im Alter, 01/2010