Mit Inkontinenz zum Arzt

inkontinenz arztWer unter Inkontinenz leidet, sollte sich nicht scheuen, einen Arzt aufzusuchen. Viele Betroffene schämen sich wegen ihrer Beschwerden und haben Schwierigkeiten, offen darüber zu sprechen. Das ist zwar verständlich, jedoch nicht nötig. Inkontinenz ist weit verbreitet und kein Mediziner wird davon überrascht sein. Wichtig ist, den Besuch beim Arzt nicht zu lange aufzuschieben, denn oftmals verschlimmert sich eine beginnende Inkontinenz mit der Zeit. Je früher Maßnahmen zur Behandlung ergriffen werden desto größer sind die Chance auf Heilung.
Der richtige Arzt ist sowohl für Männer als auch für Frauen der Urologe. Bei Frauen gibt es auch Gynäkologen, die sich mit diesem Thema auseinander gesetzt haben, jedoch sollte die Patientin hier auf die bestmögliche fachliche Kompetenz achten.

 

Inkontinenz: Vor dem Arztbesuch

Bevor die Patientin wegen ihrer Inkontinenz einen Arzt aufsucht, kann sie bereits in Vorbereitung einiges tun. Der erste Weg führt zunächst zum Hausarzt, der eine Überweisung schreibt. In der Regel klärt die urologische Praxis vor dem Termin darüber auf, ob bestimmte Dinge beachtet werden sollten – wie etwa, ob es nötig ist, nüchtern zu bleiben, ob Medikamente eingenommen werden dürfen oder ob vor der Untersuchung die Blase entleert/ nicht entleert sein sollte.
Die Patientin sollte in der Zeit vor dem Termin genau auf ihren Körper achten. Gibt es sonst noch auffallende Symptome? Wann genau tritt die Inkontinenz auf und wie äußert sie sich? Wie viel Urin geht ab? So können die Fragen, die in der Anamnese auftauchen werden, bestmöglich beantwortet werden.

 

Die Diagnose der Inkontinenz beim Arzt

Damit der Arzt die richtige Diagnose stellen kann, wird er im ersten Schritt einige Fragen über die Inkontinenz stellen – Das ist die sogenannte Erstanamnese. Dafür benutzt er häufig einen Inkontinenzbogen, auf dem die wichtigen Fragen zusammengefasst sind. Vorerkrankungen sowie Art, Menge und Zeitpunkt des Harnabgangs spielen hier eine wichtige Rolle. Oftmals empfiehlt der Arzt das Führen eine sogenannten Miktionstagebuches. Hier wird dokumentiert, wie viel getrunken wurde, wann Harndrang auftrat, wann die Toilette aufgesucht wurde und in welcher Zeit Inkontinenz auftrat. So kann der Arzt herausfinden, ob die Ursachen eventuell mit den Lebensumständen und Trinkgewohnheiten zusammenhängen.
Nach dem ersten Gespräch wird der Arzt eine körperliche Untersuchung durchführen. Dafür wird beispielsweise geprüft, ob sich Gebärmutter und Scheide abgesenkt haben und wie der Beckenboden beschaffen ist. Beim sogenannten „Stress-Test“ muss die Patientin beispielsweise Husten oder Pressen, um die Reaktion der Ausscheidungsorgane zu überprüfen. Auch durch den Reflex-Test kann der Arzt Rückschlüsse auf die Muskulatur des Beckenbodens ziehen.

 

Mögliche Untersuchungen

Es werden nach der körperlichen Untersuchung beim Arzt noch weitere Kontrollen durchgeführt, um den körperlichen Zustand in Bezug auf die Inkontinenz zu beurteilen. Häufig finden Ultraschalluntersuchungen der Blase und der Nieren statt, aber auch eine Blutanalyse oder Urinuntersuchungen. In einigen Fällen folgen eine urodynamische Untersuchung, eine Urethrozystokopie (Blasenspiegelung) und Zystokopie, eine Röntgenaufnahme mit Kontrastmittelfarbe oder eine Ausscheidungsurographie. Später folgt eventuell noch eine Restharnbestimmung. Je nach Art der Inkontinenz wird der behandelnde Arzt seine Untersuchungen anpassen.

 

Das tut der Arzt bei Inkontinenz

In manchen Fällen kann die Diagnose zur Inkontinenz vom Arzt sehr leicht gestellt werden, in anderen Fällen sind mehrere Untersuchungen von Nöten. Steht letztendlich die Diagnose, kann der Arzt nun abwägen, welche therapeutischen Maßnahmen zur Inkontinenz ergriffen werden sollen. Oftmals werden Beckenbodentraining oder andere konservative Maßnahmen empfohlen, aber auch eine medikamentöse Behandlung ist möglich. In einigen schwerwiegenden Fällen ist eine Operation die letzte Hilfe gegen Inkontinenz.1

 

Hinweis:
Dieser Text ersetzt nicht den Besuch beim Arzt, wenn Sie unter Inkontinenz leiden. Suchen Sie bei Beschwerden einen Arzt aus und lassen Sie sich fachmännisch beraten.

 

1 http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_inkontinenz-untersuchungsmethoden_384.html