Harninkontinenz

HarninkontinenzHarninkontinenz ist für viele Betroffene ein unangenehmes Thema, selten wird offen darüber gesprochen. Per Definition handelt es sich bei Harninkontinenz um das Unvermögen, zu passender Zeit und an einem geeigneten Ort die Blase zu entleeren. Es kommt zu unwillkürlichem Harnverlust, der jederzeit auftreten kann. Das bedeutet, dass die Betroffenen nicht, wie gesunde Menschen, die Möglichkeit haben, das Urinieren zu planen – das kann zu großen Einschränkungen führen und ist den Patienten meist höchst unangenehm. Obwohl so selten über derartige Beschwerden gesprochen wird, sind tatsächlich viele Menschen davon betroffen.

Über 50 Prozent der Frauen über 50 Jahren leiden unter Harninkontinenz. Dabei gibt es unterschiedliche Formen der Harninkontinenz, die sich entsprechend verschieden äußern. Besonders häufig sind Frauen  betroffen, wenn eine schwache Beckenbodenmuskulatur vorliegt. Das kann auch in der Schwangerschaft oder bei Frauen mit Übergewicht der Fall sein.

 

Formen der Harninkontinenz

Harninkontinenz kann sich in unterschiedlichen Formen zeigen. Am häufigsten sind die Stress- und die Dranginkontinenz vertreten, möglich sind aber auch die Reflexinkontinenz, die extraurethale Inkontinenz, die Überlaufinkontinenz oder spezielle Mischformen.

 

Stressinkontinenz:

Der Harnröhrenverschluss ist gestört, beim Niesen, Husten oder sonstigen Tätigkeiten, die zu einem kurzzeitig erhöhten Harndruck führen, kommt es zum Abgang von Urin. Kann in extremen Fällen jedoch auch ohne körperliche Belastung auftreten.

 

Urge- oder Dranginkontinenz:

Bei der Dranginkontinenz als Form der Harninkontinenz kommt es zu einem plötzlich, ununterdrückbaren Harndrang. Wird nicht innerhalb kürzester Zeit eine Toilette aufgesucht, lässt sich der Urin nicht mehr zurückhalten. Die Dranginkontinenz kann auch bei nur leicht gefüllter Blase auftreten.

 

Reflexinkontinenz:

Die Reflexinkontinenz verhindert jegliche Steuerung des Harnabgangs. Menge, Zeitpunkt und Ort können nicht beeinflusst werden. Es liegt vorher kein Harndrang vor.

 

Extraurethale Inkontinenz/ Absolute Inkontinenz:

Bei dieser Form der Harninkontinenz kommt es zu unwillkürlichem Ausscheiden von Harn, jedoch nicht durch die Harnröhre, sondern durch andere Körperöffnungen.

 

 

Welche Formen der Inkontinenz gibt es neben der Harninkontinenz?

Neben der Harninkontinenz sind auch noch andere Formen der Inkontinenz möglich:

 

Flatulenz:

Beschreibt die Unfähigkeit, Darmgase zurückzuhalten. Darmgase entweichen unkontrolliert.

 

Stuhlinkontinenz/ anorektale Inkontinenz:

Es kommt zu Abgang von Kot, der nicht oder nur noch teilweise geplant und gesteuert werden kann. Man unterscheidet drei Stufen:

  1. Darmgase entweichen unkontrolliert, hin und wieder kommt es unter Belastung zu Stuhlschmieren
  2. Darmgase sowie dünner Stuhl können nicht mehr gehalten werden
  3. Jegliche Art von Stuhl wird verloren, eine Steuerung des Stuhlgangs ist zu keiner Zeit mehr möglich.

Milchinkontinenz/ Incontinenta lactis:

Dabei ist es nicht mehr möglich, den Abgang von Milch aus der Brust zu steuern, häufig aufgrund von Beschädigungen des Milchkanals.

 

Ursachen und Behandlung der Harninkontinenz

Die Ursachen für eine Harninkontinenz können vielfältig sein. Oftmals hängen die Beschwerden mit einer zu schwachen Beckenbodenmuskulatur zusammen, aber auch Funktionsstörungen, Hormonveränderungen, Fehlbildungen, eine Schädigung der Nerven oder eine Harninkontinenz infolge von anderen Krankheiten sind möglich.
Die Therapieformen richten sich nach den Ursachen. Oftmals kann eine geeignete Therapie helfen, die Harninkontinenz zu beseitigen oder zumindest zu mindern – Deswegen ist der Gang zum Arzt grundsätzlich der wichtigste, erste Schritt. Hilfreich sein können zum Beispiel Beckenbodentraining, eine Hormontherapie, Blasentraining oder in wenigen Fällen auch medikamentöse oder operative Maßnahmen. Die Therapie der Harninkontinenz richtet sich aber nach Art der Inkontinenz und kann nicht pauschal festgelegt werden.1, 2

 

Hinweis:
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Leiden Sie unter Harninkontinenz sollten Sie einen Arzt aufsuchen und sich beraten lassen.

 

1 http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_inkontinenz-was-ist-inkontinenz-_382.html

2 https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Blasenschwaeche-Inkontinenz.109200.0.html

 

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